Püttlinger schuften für Kapelle von Falaise

Püttlinger schuften für Kapelle von Falaise

Püttlingen/Falaise. "Ensemble que ne pouvons nous faire - Gemeinsam schaffen wir alles!" Dieser Satz steht auf einer Schiefertafel auf dem Sockel eines alten Dachsparrens einer Kapelle im lothringischen Dörfchen Falaise. Einfach zu finden ist das Dorf zwischen den bekannteren Städten Verdun, St. Menehould und Sedan nicht; es liegt verträumt im Argonner Wald

Püttlingen/Falaise. "Ensemble que ne pouvons nous faire - Gemeinsam schaffen wir alles!" Dieser Satz steht auf einer Schiefertafel auf dem Sockel eines alten Dachsparrens einer Kapelle im lothringischen Dörfchen Falaise.Einfach zu finden ist das Dorf zwischen den bekannteren Städten Verdun, St. Menehould und Sedan nicht; es liegt verträumt im Argonner Wald. Hier, knapp 35 Kilometer von Verdun entfernt, warteten vor beinahe 100 Jahren deutsche Soldaten auf ihren Einsatz in einem der schlimmsten bis dahin bekannten Stellungskriege der Menschheit - der "Materialschlacht um Verdun".

In Falaise, am Rande eines deutschen Soldatenfriedhofes, erbauten deutsche Soldaten zwischen 1917 und 1918 eine Kapelle. In den Jahren 1928 bis 1930 erfolgte durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge die Umbettung der Gefallenen auf den zentralen Soldatenfriedhof nach Chestres. Die Kapelle von Falaise blieb stehen.

Eigentlich war es in der Zeit nach dem Ersten (und erst recht nach dem Zweiten) Weltkrieg üblich, dass solche Bauwerke, die durch Deutsche errichtet wurden, aus unterschiedlichen Beweggründen zerstört wurden. Die Kapelle von Falaise blieb "wie durch ein Wunder" davon verschont. Allerdings erfolgten auch keine Instandsetzungsarbeiten in den vergangenen 90 Jahren, sodass die Kapelle um die Jahrtausendwende vor ihrem endgültigen Verfall stand.

Die "Falairats d'Argonne", ein historischer Verein aus Lothringen, hat vor einigen Jahren die Initiative zur Rettung der "Deutschen Kapelle" ergriffen und ein bautechnisches Dossier zu ihrem Erhalt erstellen lassen. Dieses Dossier gelangte in die Hände der Reservistenkameradschaft (RK) Püttlingen, die seither regelmäßig ihre Urlaubs- und Brückentage nutzt, um mit Baumaterial, Handwerkszeug und Spendengeld vor Ort gemeinsam mit den französischen Gleichgesinnten Hand anzulegen. "Es macht ganz schön Spaß. Beim Arbeiten entstehen persönliche Freundschaften", sagen übereinstimmend Isabelle Thomas, Vorsitzende der Falairats d'Argonne, und Bernd Längler, Vorsitzender der RK Püttlingen.

Beide Vereine haben beachtliche Aktivitäten entwickelt, ihr Projekt, das nicht nur Arbeitskraft, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel erfordert, durch Spendengelder voranzubringen, unter anderem durch einen Trödelmarkt in Falaise, bei dem auch Produkte der Marke "Saarländisch Gudd Gess" verkauft wurden. Oder beim zweitägigen "Fest der Püttlinger Reservisten" in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und dem Verkehrsverein Püttlingen im vergangenen Jahr (die SZ berichtete).

Dennoch: "Für jede weitere Spende zum Erhalt der Kapelle sind wir dankbar", sagt Vorsitzender Längler.

Auf einen Blick

Ebenfalls in das Gebiet des ehemaligen Stellungskrieges um die Stadt Verdun führt die 7. Motorradausfahrt der Reservistenkameradschaft Püttlingen am Sonntag, 25. September. Sie führt über eine Strecke von etwa 350 Kilometern von Püttlingen nach Verdun. Dort besteht Gelegenheit, das Memorial, das zerstörte Dorf Fleury, das Beinhaus, Fort Doaumont und den Bajonettgraben zu besichtigen. Auch Nichtmitglieder können teilnehmen. et

Weitere Auskünfte erteilt der Vorsitzende der Püttlinger Reservistenkameradschaft, Bernd Längler, Tel. (01 71) 2 07 62 20.

kapelle-falaise.eu