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Püttlinger Schlösschen ist entkernt

Püttlinger Schlösschen ist entkernt

Püttlingen. Die geplanten Sanierungsarbeiten am Püttlinger Schlösschen (wir berichteten) haben begonnen. Noch ist nicht viel von den Arbeiten zu sehen; außer einem Bauzaun rings um das Gebäude, das früher auch schon einmal das Püttlinger Rathaus war, deutet nichts auf einen Umbau hin. Und ein Blick ins Innere ist derzeit nur möglich, wenn man einen Schlüssel hat

Püttlingen. Die geplanten Sanierungsarbeiten am Püttlinger Schlösschen (wir berichteten) haben begonnen. Noch ist nicht viel von den Arbeiten zu sehen; außer einem Bauzaun rings um das Gebäude, das früher auch schon einmal das Püttlinger Rathaus war, deutet nichts auf einen Umbau hin. Und ein Blick ins Innere ist derzeit nur möglich, wenn man einen Schlüssel hat.

Wer sich dann aber innen umschaut, der erkennt das Schlösschen nicht wieder. Wände wurden herausgerissen, den Decken ausgebaut, Holzbalken freigelegt. Die Treppe zum Dachgeschoss fehlt auch. Wer nach oben will, muss über eine Leiter steigen und oben aufpassen, dass er nicht in eine Lücke zwischen den tragenden Balken tritt und fällt.

"Wir haben im Juli mit Entkernungsarbeiten begonnen und damit die kommenden Bauarbeiten vorbereitet", erklärt Gerhard Krier vom städtischen Betrieb für Technische Dienste. Die Stadt Püttlingen und ihr Eigenbetrieb sind Bauherren bei den Sanierungsarbeiten. Geplant wurde der Umbau vom Püttlinger Architekturbüro Arus um Willi Latz. Dessen Mitarbeiter Uwe Hamprecht erklärt: "Beim Umbau des Schlösschens zu einem Kulturzentrum können wir nicht vorgehen wie bei jedem x-beliebigen Bau. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, haben die Denkmalpfleger ein gehöriges Wörtchen mitzureden."

Das macht die Baumaßnahmen teilweise kompliziert. "Zum Beispiel haben die Denkmalschützer angeordnet, dass die Eiche-Holzbalken im Dachbereich aus der Gründungszeit des Schlösschens bleiben müssen", so Hamprecht. Andererseits sei man durch den Denkmal-Status von anderen Vorschriften befreit: "Wir müssen hier zum Beispiel nicht wie bei einem Neubau alle Auflagen im Bereich des energetischen Bauens umsetzen. Bei den unglaublich dicken Außenmauern von damals ist das Gebäude aber auch so gut gedämmt."

Der Haupteingang soll wieder dorthin verlegt werden, wo er ursprünglich war: auf die gegenüberliegende Seite des heutigen Eingangs. Im jetzigen Eingang wurde schon ein neuer Betonboden gegossen. Außerdem wurde das Fundament für einen Aufzug gesetzt - ein Zugeständnis, um das Gebäude behindertengerechter zu gestalten. "Als nächstes sollen Elektroinstallation und Rohre für Wasser, Abwasser und Heizung folgen", erklärt Rainer Stein, Chef des städtischen Eigenbetriebs. Danach können oben die Zimmerleute loslegen - "so erneuern wir das Schlösschen vom Dach bis in den Keller."