Publikum im ausverkauften Bürgerhaus schüttelt sich vor Lachen

Publikum im ausverkauften Bürgerhaus schüttelt sich vor Lachen

Zwei Stunden lang schüttelte sich das Publikum im ausverkauften Bürgerhaus von Niedersalbach vor Lachen, als die Kleine Bühne das Lustspiel „Aber, aber Herr Pfarrer“ aufführte – übrigens nicht zum letzten Mal.

Es ist guter Brauch, dass die Kleine Bühne Niedersalbach die Sessionseröffnung des Heimat- und Verkehrsvereins mit einer Komödie beginnt. Diesmal hatte sich die Amateurschauspielertruppe das Lustspiel "Aber, aber Herr Pfarrer" von Hans Schimmel ausgesucht. Zum Inhalt: Der obdachlose Freddie (Bürgermeister Thomas Redelberger) sucht eine kurzfristige Bleibe und steigt in ein Pfarrhaus ein - merkt das anfangs aber nicht. Nach einem entspannenden Bad zieht er sich einen Talar über - im festen Glauben, es handele sich um einen schwarzen Bademantel. Damit beginnt der Schlamassel. Ertappt bei seinem Einbruch bleibt Freddie nichts anderes übrig, als die Rolle des neuen Pfarrers zu spielen, denn sein Vorgänger war beim Anschauen eines Fußballspiels der Blau-Schwarzen (1. FC Saarbrücken) vor Aufregung an einem Herzinfarkt gestorben. Freddie hat keine Ahnung von Kirche ("Ich kann kenn Mess lääse!"), muss aber eine Messe halten, soll eine Beerdigung und eine Hochzeit zelebrieren. Das kann nicht gut gehen, zumal der angehende Landtagsabgeordnete Bernhard Mauschel (Michael Münz) und dessen Gegenkandidatin Valentine Fiebich (Sabine Poh) den Pfarrer in ihre Machtspielchen einbinden wollen. Freddies Kumpel Atze (Markus Meiser) versucht zu helfen, verschlimmert das Chaos allerdings noch. Für zusätzliche Verwirrungen sorgen die "frommen Schwestern" Pauline und Sigtrud (köstlich: Elfriede Jung und Bettina Jochum), Gemeindediener Ottfried (Christian Mang), Haushälterin Mathilde (Sibylle Lesch) sowie die Braut Dorothea (Franziska Krass) und die Witwe Josefine (Kerstin Forster). Wir wollen nicht verraten, wie das Stück ausgeht, denn es wird im März noch zweimal gespielt. Nur so viel: Das Lustspiel ist zum Totlachen und lebt von bitterbösem Wortwitz.

Beispiele: "Das übermäßige Trinken von Alkohol gehört zum Theologiestudium", kommentierte Pauline den Auftritt des sturzbesoffenen Pfarrers bei dessen erster Messe. Und der predigte im Vollrausch von den "barmherzigen Bernhardinern", setzte Jesus mit den sieben Zwergen an einen Tisch und ließ ihn sagen: "Prost Gemeinde, der Pfarrer säuft." Außerdem verrichtete Atze seine Notdurft im Beichtstuhl - weil er dachte, es handele sich um die Kirchentoilette - und Freddie ließ die Gläubigen bei der Wandlung eine Polonaise durchs Kirchenschiff machen. Alle Akteure waren sehr gut, den meisten Applaus jedoch ernteten Redelberger, Forster und Meiser. Regisseurin Désirée Becker hatte die Originalvorlage mit künstlerischer Freiheit ein wenig abgeändert und ließ die Akteure teilweise in saarländischem Platt oder - wie Meiser - mit Berliner Schnauze parlieren. Und Kerstin Forster brachte die imaginäre Reporterin "Frederike Dittgen" ins Spiel. Zwei Stunden lang schüttelte sich das Publikum im ausverkauften Bürgerhaus vor Lachen und spendete minutenlangen rhythmischen Applaus.

Kornelia Weyland aus Walpershofen war begeistert: "Ich bin das erste Mal hier, das war Klasse." Und Claudia Neumann aus Saarwellingen lobte: "Die spielen super, ich hatte Tränen vor Lachen in den Augen. Über die Sibylle Lesch könnte ich mich schießen, und der Markus Meiser war richtig goldig." >

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Auf einen BlickDie Akteure im Hintergrund: Souffleuse: Iris Ambrosius. Ton und Licht: Christian Folz, Ralf Monz. Bühnenbild: Jörg Callsen, Bruno Lesch, Ludwig Andres. Moderation: Markus Forster. dg