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Bewussterer Umgang mit Antibiotika: Projekt „Resist“ gegen Antibiotika-Resistenzen

Bewussterer Umgang mit Antibiotika : Projekt „Resist“ gegen Antibiotika-Resistenzen

Bundesweit nehmen die Saarländer am häufigsten Antibiotika. Ein neues Projekt wirbt für den verantwortungsvollen Umgang.

Da sei der beratende Arzt gefragt, waren sich die vdek- und KV-Vertreter einig. „Dass man mit Antibiotika schneller gesund wird, ist ein Irrglaube“, betonte Schneider. Das wüssten auch die niedergelassenen Ärzte, die statistisch gesehen am häufigsten zum Rezeptblock griffen, aber oft drängten Patienten, oder Ärzte wollten auf Nummer sich gehen. „Der Arzt haftet schließlich“, das sei eine häufige Begründung. Die Mediziner raten, den körpereigenen Heilungsprozess zu unterstützen und dem eigenen Immunsystem genügend Zeit zu geben. „Vielfach helfen die einfachen Dinge: Bettruhe, viel trinken, Wärme“, sagt Schneider. Fieber müsse auch nicht immer gleich gestoppt werden. „Das tötet die Viren immer noch am besten. Chemisch ist das viel schwieriger.“

Bundesweit bekommen Saarländer die meisten Antibiotika. Im Vergleich zum Bundesschnitt liegen die Ausgaben pro Versicherten hier um etwa 20 Prozent höher, so der vdek. So gab es im Jahr 2016 bei Antibiotika-Verordnungen bundesweit einen Umsatz von 284,2 Millionen Euro. 4,26 Millionen Euro davon allein im Saarland. Das seien 140 000 Euro mehr als im Vorjahr. Der vor Kurzem von der IKK Südwest vorgestellte Rückgang der Antiobiotika-Verordnungen sei nur eine Momentaufnahme. Ziel von „Resist“ sei es, einen dauerhaften Rückgang von 20 bis 30 Prozent zu erreichen. 

Dennoch steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht dar. „In vielen südeuopäischen Ländern wie Spanien oder Griechenland sind Antibiotika freiverkäuflich“, sagte Meiser. „Dort ist der Verbrauch am höchsten.“