1. Saarland

Prächtige fliegende Farbtupfer

Prächtige fliegende Farbtupfer

Saarbrücken. Kennzeichnend für Halbtrockenrasen ist Nährstoffarmut. Oft wurden die Flächen in früheren Jahrhunderten als Äcker oder auch für den Weinbau genutzt, später dienten sie als Schafweide oder wurden regelmäßig gemäht

Saarbrücken. Kennzeichnend für Halbtrockenrasen ist Nährstoffarmut. Oft wurden die Flächen in früheren Jahrhunderten als Äcker oder auch für den Weinbau genutzt, später dienten sie als Schafweide oder wurden regelmäßig gemäht. Der niedrige, blütenreiche Bewuchs, im Frühjahr geprägt durch zahlreiche Orchideen-Arten, ist Teil der Kulturlandschaft und muss weiterhin gemäht oder von Schafen beweidet werden. Ansonsten setzt rasch Verbuschung ein, die schließlich zur Wald-Entwicklung führt.

Der kalkreiche Boden der Halbtrockenrasen erwärmt sich leicht. Über das Mosel-Tal haben von Lothringen her einige mediterrane Arten diese Lebensräume erreicht, gelegentlich trifft man sogar die Gottesanbeterin an. Viele verschiedene, teilweise seltene Heuschrecken lassen ihre Gesänge ertönen. Spinnen machen reiche Beute. Charakteristisch ist außerdem die unübersehbare Fülle bunter Schmetterlinge, von denen einige Vorkommen im Saarland bundesweite Bedeutung haben - zum Beispiel der Goldene Scheckenfalter, dessen Flugzeit im Mai liegt. Besonders auffällig sind die kleinen bis mittelgroßen Bläulinge, die ihren Namen daher haben, dass ihre Flügeloberseiten leuchtend blau gefärbt sind. Die meisten Bläulinge sind sehr schwer zu identifizieren. Anhaltspunkte für die Artbestimmung bietet das Punkt-Muster auf der Flügelunterseite.

Eine Art ist allerdings von Mitte Juli bis Ende August sehr dominant: der Silbergrüne Bläuling. Mit ihren eigentümlich silbern schimmernden, hellblauen Flügeln sind die Männchen unverwechselbar. Die Weibchen sind hingegen braun gefärbt. An sonnigen Tagen flattern Tausende von Silbergrünen Bläulingen über manchen Halbtrockenrasen. Sie werden besonders stark von violett blühenden Flocken-, Witwen- und Glockenblumen angezogen, an deren Blüten sie Nektar saugen. Häufig lässt sich auf diesen Blüten auch die Paarung beobachten. Am Abend versammeln sich die Falter kopfabwärts an Grashalmen zu "Schlafgemeinschaften". Wie bei vielen anderen Bläulingen leben sie als Raupen verborgen und in Symbiose mit Ameisen. Sie scheiden aus Drüsen ein süßes Sekret aus, das von den Ameisen begierig gegessen wird. Dafür werden sie von den Ameisen bewacht und vor Feinden beschützt.