1. Saarland

Potenzial für 8000 Läufer

Potenzial für 8000 Läufer

St. Wendel. Hat das Training ausgereicht? Ist die Frühjahrs-Grippe auskuriert? Ist der Körper auf den Punkt in Form? Nur noch wenige Stunden, dann werden diese Fragen beantwortet - an diesem Sonntag, 13. April, auf den Straßen St. Wendels. Um zehn Uhr fällt der Startschuss zur zweiten Auflage des St. Wendeler Stadtmarathons

St. Wendel. Hat das Training ausgereicht? Ist die Frühjahrs-Grippe auskuriert? Ist der Körper auf den Punkt in Form? Nur noch wenige Stunden, dann werden diese Fragen beantwortet - an diesem Sonntag, 13. April, auf den Straßen St. Wendels. Um zehn Uhr fällt der Startschuss zur zweiten Auflage des St. Wendeler Stadtmarathons. "Zum Ende der Voranmelde-Phase hatten wir 2300 Meldungen. Wie viele Nachmeldungen jetzt noch kommen werden, ist schwierig zu sagen. Ich gehe davon aus, dass wir die 3000er Marke erreichen werden", sagt Thomas Wüst, Leiter des Amtes für Stadtmarketing. Erreichen wollen er und sein Team auch, dass der Marathon als Image-Faktor für die Innenstadt wahrgenommen wird. "Da die Geschäfte sonntags geschlossen sind, lässt sich das an Umsatz- und Verkaufszahlen schlecht festmachen. Wer direkt davon profitiert, ist die Gastronomie", erklärt Wüst. Und langfristig auch die Kaufmannschaft: Jeder Starter erhält von der Aktionsgemeinschaft "In St. Wendel tut sich was" Rabatt-Gutscheine. Heinz Wirth, Rennleiter des Marathons, ist zufrieden mit der Vorbereitung: "Die Leute von der Stadt sind Vollprofis, da gibt's keine Probleme." Wenngleich das Umstellen der Laufstrecke für Wirth und sein Helferteam einen großen Aufwand bedeutete. Zum Beispiel mussten Hinweisschilder geändert und Standorte der Versorgungsstationen neu geregelt werden. Sechs gibt's auf dem Rundkurs: zwei Getränke- und vier Vollverpflegungsstationen. Zudem werden Getränke und Bananen jetzt rechtshändig angeboten. 320 Helfer werden für das Läuferwohl sorgen. "Das Interesse der Vereine, beim Marathon zu helfen, ist riesig", weiß Wirth, der bei Publikum und Läufern auf ein ähnlich positives Echo wie 2007 hofft: "Ich denke, dass der Stadtmarathon langfristig bis zu 8000 Läufer mobilisieren kann. Das Potenzial dazu hat er." Ein Läufer ist Javad Davar. Früher gab's für ihn nur Fußball. Mit Laufen legte er höchstens konditionelle Grundlagen: "Laufen hat mir ehrlich gesagt nie Spaß gemacht. Alleine durch den Wald zu rennen, das hielt ich nie lange durch." Vor dreieinhalb Jahren wurde er überredet, mit zu den Lauftreff-Freunden Marpingen zu gehen. "Dort musste ich fünf oder sechs Monate auf die Zähne beißen", erinnert sich der Iraner - dann war es passiert: Das Lauf-Virus hatte den 47-Jährigen erwischt. "Ich bin nicht süchtig oder so, aber seither kann ich auch alleine laufen", sagt er. In St. Wendel will er seinen ersten Marathon laufen. Seit drei Monaten hat Davar nur dieses Ziel vor Augen: "Ich bin in der Endphase 60 Kilometer die Woche gelaufen. An den vergangenen drei Sonntagen habe ich zwei Mal 30 und ein Mal 34 Kilometer zurückgelegt, um mich an die Langdistanz zu gewöhnen." Für Sonntag ist er guter Dinge: "Ich fühle mich optimal vorbereitet, mein Körpergefühl ist gut. Ich denke, dass ich mein Ziel erreichen werde." Unter vier Stunden will er die 42,195 Kilometer laufen.