Polnischer Galeriedirektor überrascht mit Performance

Saarbrücken/Bydgoszcz. "Art-Venture" - ein künstlerisches Abenteuer in Polen und ich darf als Dolmetscherin dabei sein und mein Heimatland besuchen. Sechs saarländische Künstler sind mitgekommen und dazu die beiden Initiatoren vom Saarländischen Künstlerhaus Dirk Bubel und Lukas Kramer

Saarbrücken/Bydgoszcz. "Art-Venture" - ein künstlerisches Abenteuer in Polen und ich darf als Dolmetscherin dabei sein und mein Heimatland besuchen. Sechs saarländische Künstler sind mitgekommen und dazu die beiden Initiatoren vom Saarländischen Künstlerhaus Dirk Bubel und Lukas Kramer. Von Danuta Palys, der Kuratorin, werden wir am Flughafen Bydgoszcz abgeholt und zu unserem Hotel "Adler" gebracht. Überwältigt vom Fin-de-siècle- Pomp und -Plüsch des Vier-Sterne-Hauses beziehen wir unsere Zimmer. Dann Geld wechseln und essen gehen. Gelandet sind wir in einem gemütlichen italienischen Restaurant. War allerdings nicht gerade das, was ich den Neuankömmlingen von unserer Esskultur zeigen wollte. Danach auf zur Städtischen Galerie BWA. Sofort geht es los mit der eigentlichen Ausstellungsplanung. Wer soll wohin, wer kann neben wen, was passt zueinander und wie bauen wir eigentlich die Videoarbeit von Maja Sokolova und die Rauminstallation von Hans Husel auf? Werner Constroffer, Henrike Kreck, Annegret Leiner, Andrea Neumann, Gertrud Riethmüller und Judith Sturm wuseln durch die riesigen Ausstellungsräume. Und ich helfe, vermittle und übersetze. Bespreche mit Marketingassistentin Ewa Krupa den Ablauf der Pressekonferenz, rede mit Waclaw Kuczma, dem Direktor der Galerie. Danach schleppen uns unsere Gastgeber in die Alte Mühle, wo wir endlich richtig polnisch essen. Nach dem obligatorischen Wodka an der Hotelbar beenden wir diesen ersten aufregenden Tag in Bydgoszcz. Stadttour - die historischen Häuser und die gemütliche Altstadt beeindrucken uns sehr. Allerdings sind wir Frauen mehr mit der Festlegung unserer Shoppingroute beschäftigt. Wieder in der Galerie geht der Aufbau weiter. An Gertrud Riethmüllers Bodenarbeit, die mit unzähligen Schieferplättchen großflächig aufgebaut werden muss, helfen alle mit. Die Kistenbewohner von Volker Scheiblich verlassen unbeschädigt ihre Behausung. Ebenso wie die technisch aufwändige Arbeit von Alexander Titz, die uns später noch Kopfzerbrechen bereiten wird. Die großformatigen Bilder von Francis Berrar müssen gehängt werden. Es geht um Technik und Details. Mithilfe der Galerie-Angestellten lösen wir alle Probleme. Am Abend besuchen wir ein Konzert in dem weltweit angesehenen Jazz-Club "Mózg". Die Presse rückt mit großem Interesse in der Galerie an und ich habe die ehrenvolle Aufgabe, die anwesenden Künstler samt ihrer Arbeit der polnischen Presse vorzustellen. Es gibt Rundfunk- und Fernseh-Interviews. Ich muss die Fragen der Moderatoren und die Antworten der Künstler hin und her übersetzen. Die letzten Vorbereitungen und der Feinschliff sind noch zu erledigen. Um 18 Uhr beginnt die Vernissage mit einem Auftritt der Jazz-Gruppe "The Cyclists", die auch bei der Eröffnung der polnischen Künstler im Saarländischen Künstlerhaus gespielt haben. Danach die üblichen Ansprachen, Reden, Small-Talk und ein leckeres Bufett. Und ganz zum Schluss noch das i-Tüpfelchen des Abends - eine eindrucksvolle Performance des Galeriedirektors höchstpersönlich. Nach einer aufregenden Woche heißt es Abschied nehmen. Mit vielen Bildern auf unseren Digitalkameras und mit noch viel mehr Bildern und Erlebnissen im Kopf treten wir die Heimreise an.

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