Polizei-Statistik: Kriminalität im Saarland bleibt auf hohem Niveau

Neue Statistik : Kriminalität im Saarland bleibt auf hohem Niveau

Fast jede zweite im Land registrierte Straftat wurde 2018 im Regionalverband begangen. Das und andere interessante Details zeigt eine neue Polizei-Statistik.

Exakt 13 Delikte mehr als im Vorjahr weist ein erster Überblick zur Entwicklung der Kriminalität für das Jahr 2018 im Saarland aus. Insgesamt registrierte die Polizei 70♦873 Delikte, 2017 waren es 70♦860. Dies entspricht einer Steigerung von 0,02 Prozent. Die Aufklärungsquote wird mit 56,1 Prozent (2017: 56,3 Prozent) angegeben. Bereinigt um so genannte ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreise oder unerlaubter Aufenthalt, die in aller Regel bereits mit ihrer Feststellung aufgeklärt sind, weist die Statistik 69♦036 Straftaten aus. Dies sind 0,9 Prozent oder 613 Fälle mehr als 2017. Die Aufklärungsquote macht dann noch 54,9 Prozent aus.

Insgesamt bleibt die Kriminalität demnach auf einem hohen Niveau. Auffallend ist ein registrierter Anstieg um 325 Fälle oder 23,4 Prozent bei den Wohnungseinbrüchen (insgesamt 1716 Fälle). Im Vorjahr wurde hier ein Rückgang um 28,6 Prozent oder 556 Fälle gemeldet. Grund für den erneuten Anstieg soll unter anderem eine Änderung bei der Erfassung dieser Delikte sein. Ermittlungen zu Einbrüchen, die sich 2017 ereigneten, wurden erst im Folgejahr abgeschlossen und registriert. Zudem wird auf umfangreiche Ermittlungen gegen international agierende Banden verwiesen, die 2018 geklärt wurden. Spezialisten des Sonderdezernates „Wohnungseinbruch“ konnten beispielsweise nach langwierigen Untersuchungen rund 50 Haftbefehle erwirken.

Einen Anstieg um 651 Fälle (plus 4,8 Prozent) weist das Landespolizeipräsidium bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten (14♦329 Straftaten) aus. Auffallend ist hier ein Anwachsen der Betrugsfälle um 849 Fälle oder 8,1 Prozent auf 11♦348 Taten. Dies ergibt sich aus dem Kurzbericht des Landespolizeipräsidiums zu „Stand und Entwicklung der Kriminalität Saarland 2018“, der unserer Zeitung vorliegt. Während bei den „Straftaten gegen das Leben“ (Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung sowie entsprechende Versuche) erneut ein Anstieg um sechs auf 33 Fälle notiert ist, wird für den Bereich Gewaltkriminalität ein deutlicher Rückgang um 188 auf 2497 Delikte aufgeführt.

Die Kurzstatistik belegt auch, dass Polizisten und Einsatzkräfte im Saarland immer öfter  Opfer von Gewalt werden. 408 Fälle von Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte wurden 2018 registriert – 109 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 36,5 Prozent.

Kriminalitätsschwerpunkt war 2018 erwartungsgemäß der Regionalverband mit 31♦546 Delikten, was 44,5 Prozent der Gesamtkriminalität entspricht. Ausgewiesene Brennpunkte liegen in der Saarbrücker City, etwa am Hauptbahnhof sowie im Umfeld des St. Johanner Marktes und des Nauwieser Viertels. Im Kreis Saarlouis wurden 12♦601 Straftaten (17,8 Prozent), im Kreis Neunkirchen 7798 (elf Prozent), im Saarpfalz-Kreis 7298 (10,3 Prozent), im Kreis Merzig-Wadern 5225 (7,4 Prozent) und im Kreis St. Wendel 3330 Delikte (4,7 Prozent) gezählt. Bei 3075 Straftaten ist kein Tatort bekannt.

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