Polizei im Saarland informiert live via Twitter über Einsatz

Twitter-Marathon der Saar-Polizei : Von fliegenden Rädern, davongeflogenen Ufos und fliegenden Fäusten

Zum dritten Mal hat am Samstag (14. September) die saarländische Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter darüber informiert, wo sie soeben unterwegs ist. Kurioses kam dabei zusammen. Aber auch ein tragischer Unfall in Homburg.

Zwölf Stunden haben die Ermittler jeden landesweiten Einsatz getwittert. Von Perl bis Homburg, von Wadern bis Blieskastel. Quer durchs Saarland waren die Kollegen unterwegs. Während dieses Marathons konnten sich die Nutzer einen Überblick verschaffen, welche Notrufe bei der Polizei tagtäglich eingehen.

Fliegende Fahrräder? Foto: Matthias Zimmermann

So meldeten besorgte Bürger, wenn Autofahrer in Schlangenlinien unterwegs waren und der dringende Verdacht bestand, dass der Mensch am Steuer einfach zu tief ins Glas geschaut hat. Zu Einbrüchen mussten die Beamten ebenfalls ausrücken. Erfreulich, wenn sie den ungebetenen Besuch dank des raschen Alarms auf frischer Tat erwischten. Ab und zu machte sich aber auch mal ein technisches Gerät aus unerfindlichen Gründen selbstständig: Fehlalarm.

Wer wollte, konnte am Samstag (14. September) zwölf Stunden live mitverfolgen, wo die Polizei im Saarland aktuell zu Einsätzen unterwegs war – wie zu dieser Schlägerei. Foto: Matthias Zimmermann

Was an diesem Samstag bei der Polizei ankam, war teils durchaus kurios. Wie die Meldung über fliegende Fahrräder. Demnach meldete ein Anrufer in Homburg, dass Betrunkene randalierten und einen Drahtesel gegen einen Linienbus feuerten. Als Ermittler an Ort und Stelle auftauchten, war weder ein Täter noch ein beschädigter Bus zu erspähen.

In Wallerfangen schien es derweil überirdisch zuzugehen. Unbekannte Flugobjekte, 20 bis 30 kleine Lichter, die Richtung Frankreich abdüsten, hieß es. Die Polizei nahm die Verfolgung auf – erfolglos. Von einem Ufo war weit und breit nichts zu sehen.

In Ottweiler hatten Polizisten dann doch alle Hände voll zu tun. Dort gingen sich Kneipengäste an den Kragen. Es hagelte Anzeigen wegen Körperverletzung.

Ihre Muskeln ließen denn auch Besucher des Oktoberfestes in Losheim spielen und verpassten sich gegenseitig eins. Abermals eine Angelegenheit für Ordnungshüter, die Streithähne auseinanderzubringen. Die kritische Anmerkung der Polizei zum Sicherheitskonzept der Veranstalter via Twitter: „Viele Gäste, wenig Security.“

Gleich zweimal mussten die Beamten in Saarbrücken-Burbach anrücken: Lärmbelästigung lautete dort kurz und knapp das Credo. Zweimal innerhalb kurzer Zeit ging’s dort hoch her. Ähnlich wie im Saarbrücker Stadtteil Fechingen, wo eine Gruppe unerlaubt eine Technoparty veranstaltete. Und zwar auf einem Firmengelände, wo sie nichts verloren hatte. Die Polizei zog den Stecker, damit war die Fete beendet.

Ein Klassiker, zu dem Beamte immer wieder mal gerufen werden: Nachbarschaftsstreit. Zu solch einem war es in Lebach gekommen. Auslöser: ein auf einen Zaun gestürzter Baum. Einer Streifenbesatzung gelang es, die Kontrahenten zu besänftigen.

Die Lage rasch im Griff hatten andere Kollegen zwischen Nalbach-Körprich und Schmelz-Hüttersdorf (Landkreis Saarlouis). Dort lag ein totes Reh auf der Straße. Die Beamten schafften es beiseite, damit es nicht zu einem Verkehrsunfall kam.

Etwas mehr Hilfe benötigten sie allerdings in Überherrn-Altforweiler: Dort lag eine Frau regungslos mitten auf der Straße. Sie war einfach zu betrunken, um sich selbst aufzurappeln. Ein Krankenwagen musste her.

Einen tragischen Fall gab es am Abend in Homburg-Bruchhof: Dort starb ein Motorradfahrer bei einem Unfall. Eine Autofahrerin wurde verletzt. Die Strecke blieb während der Bergung gesperrt.

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