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Polizei: 50 Prozent weniger Tote auf unseren Straßen

Polizei: 50 Prozent weniger Tote auf unseren Straßen

Zwei Fußgänger und ein Motorradfahrer sind 2011 im St. Wendeler Land ums Leben gekommen. Laut Polizeistatistik sind das halb so viele Todesfälle wie ein Jahr zuvor. In den 90ern habe der Durchschnitt noch zwischen 15 und 20 solcher Fälle pro Jahr gelegen.

St. Wendel. Nach einem dramatischen Anstieg der Verkehrsunfälle im Landkreis St. Wendel 2010 hat sich die Lage vergangenes Jahr wieder beruhigt. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik der Polizei hervor. Demnach ereigneten sich 2011 in der Region 2672 Unfälle, 102 weniger als im Vorjahr. Das ist ein Rückgang um 3,7 Prozent. 2010 hatte die Bilanz viel schlechter ausgesehen: Damals stiegen die Unfallzahlen dramatisch an - um 259 Fälle auf 2774, ein Plus zum Jahr 2009 um 10,3 Prozent (wir berichteten). Dass die Entwicklung nun wieder einen entspannteren Verlauf nimmt, schreibt Dietmar Böhmer vom St. Wendeler Polizeibezirk neben Aufklärungskampagnen in erster Linie der Arbeit seiner Kollegen zu: "Wir haben Unfallhäufungsstellen erkannt und diese entschärft." Beispiel: die zurzeit umstrittene Ampel in Bliesen. Hier erwarten die Beamten deutlich weniger Unfälle als bislang ohne Anlage.Hauptursache für Zusammenstöße sei laut St. Wendels Polizeichef Hubert Zimmer noch immer Raserei. "Aber auch der Handygebrauch ohne Freisprechanlage ist ausschlaggebend, auch wenn er nicht differenziert in der Statistik ausgewiesen ist." Erfahrungswerte der Fahnder belegten dies aber. Darum kündigt die Polizei saarlandweit im Juni einen Tag mit entsprechenden Schwerpunktkontrollen dazu an, informiert Böhmer. Wer übrigens dabei erwischt wird, müsse 40 Euro zahlen und erhalte einen Punkt in der Verkehrssünderdatei.

Rückläufig waren vergangenes Jahr die Todesfälle im Straßenverkehr: Drei Menschen kamen ums Leben, sechs waren es 2010. Dafür stiegen die Verletztenzahlen: 324 Opfer, 19 mehr (6,2 Prozent) als 2010.