1. Saarland

Politiker appellieren an Presbyterium

Politiker appellieren an Presbyterium

Fürstenhausen. Der geplante Neubau des evangelischen Kindergartens in Fürstenhausen steht auf der Kippe. Das neu gewählte Presbyterium der Kirchengemeinde Völklingen-Warndt will zunächst, sagt seine Vorsitzende Uschi Malter, die Folgekosten sorgfältig prüfen. Eine Entscheidung wird nun in der nächsten Presbyteriumssitzung am 15. Januar erwartet

Fürstenhausen. Der geplante Neubau des evangelischen Kindergartens in Fürstenhausen steht auf der Kippe. Das neu gewählte Presbyterium der Kirchengemeinde Völklingen-Warndt will zunächst, sagt seine Vorsitzende Uschi Malter, die Folgekosten sorgfältig prüfen. Eine Entscheidung wird nun in der nächsten Presbyteriumssitzung am 15. Januar erwartet.Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) hat die Kirchengemeinde bereits vor den Folgen eines Nein gewarnt (die SZ berichtete). Gestern erhielt Lorig hier massive Rückendeckung von der SPD. Deren Stadtratsfraktionschef Erik Kuhn und der Fürstenhausener Ortsvereinsvorsitzende Norbert Degen bekräftigten nach einem Besuch im Kindergarten im evangelischen Gemeindehaus, sie erwarteten, dass sich die Kirchengemeinde an ihren Teil der Abmachungen halte. Ansonsten werde ein weiteres Engagement der Stadt einschließlich des Betriebskostenzuschusses fürs Gemeindehaus in Fürstenhausen (bisher 50 000 Euro jährlich) hinfällig.

Die Stadt wollte bisher das Kindergartenprojekt durch verschiedene Maßnahmen unterstützen: Sie wollte das Gemeindehaus kaufen, es dann selbst als Dorfgemeinschaftshaus weiterführen, den Ausbau der Krippenplätze finanziell unterstützen und den Protestanten auch in weiteren Grundstücksfragen entgegenkommen. Wenn es nicht zum Neubau komme, so Kuhn und Degen, werde "der Stadtrat zusammen mit dem Oberbürgermeister seine Konsequenzen ziehen".

Die SPD-Politiker erinnerten gestern auch daran, dass der Kindergarten im Gemeindehaus als zu eng und von der Einrichtung her veraltet gelte. Wenn das Landesjugendamt bisher die Betriebserlaubnis verlängert habe, sei dies unter der Voraussetzung geschehen, dass in absehbarer Zeit ein Neubau zu erwarten sei. Es gehe hier nicht nur um den Kindergarten, sondern auch ums Dorfgemeinschaftshaus, ums Dorfleben und darum, "Eckpunkte nach dem Bergbau zu setzen".

Gisela Rink, CDU-Landtagsabgeordnete, Stadtratsmitglied und Ortsverbandsvorsitzende in Fürstenhausen, hat gestern für Mittwoch, 16. Januar, 17 Uhr die Bevölkerung zu einem Bürgergespräch in Sachen Kindergarten mit Oberbürgermeister Klaus Lorig ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Rink erklärte, die CDU sehe den Erhalt des Kindergartens für den Stadtteil als wichtiges Signal. Sie schätze die Arbeit im Kindergarten und sehe es als Verlust für das Gemeinwesen, wenn diese Einrichtung schließen müsse. Mit der Veranstaltung wolle sich die CDU mit Mitarbeitern, Eltern und Befürwortern solidarisch zeigen.

Inzwischen hat sich in Fürstenhausen auch eine Bürgerinitiative gebildet, die das Projekt mit einem Förderverein unterstützen will. Der neue Kindergarten soll auf Bergbau-Abrissgrundstücken in der Ortsmitte entstehen. Er soll fast doppelt so viel Platz wie der bisherige bieten und auch eine eigene Krippengruppe aufweisen. Der Eigenanteil der evangelischen Kirchengemeinde an den Baukosten von 1,4 Millionen Euro soll nach bisherigen Angaben 260 000 Euro betragen.

Rückschau

Im Juni 2011 hatten sich drei früher eigenständige evangelische Kirchengemeinden zur Gemeinde Völklingen-Warndt zusammengeschlossen. Die Geschäfte führte zunächst ein Bevollmächtigtenausschuss, der noch im vergangenen September die Beschlüsse zum Kindergarten-Neubau in Fürstenhausen bekräftigte. Skeptiker und Befürworter hatten damals vor der Saaltür in Ludweiler demonstriert. Im Oktober kam ein neu gewähltes Presbyterium ins Amt, das nun das Kindergarten-Projekt erneut überprüft. er