Plädoyer für den langen Donnerstag

Plädoyer für den langen Donnerstag

Neunkirchen. "Wie im Flug" seien ihre ersten sechs Monate als Center-Managerin in Neunkirchen vergangen. Stellt Heike Marzen beim Besuch in unserer Redaktion fest

Neunkirchen. "Wie im Flug" seien ihre ersten sechs Monate als Center-Managerin in Neunkirchen vergangen. Stellt Heike Marzen beim Besuch in unserer Redaktion fest. Und wen wundert's? Zeit zum Atemholen war kaum, kam die 33-Jährige doch mitten in eine umfassende Umstrukturierung des Saarpark-Centers: Die für zehn Jahre abgeschlossenen Mietverträge waren ausgelaufen, es wurde neu sortiert. Zudem ging Real weg, die Lücke galt es zu füllen. "Doch diese Umstrukturierung ist immer die Chance, das Center marktgerechten Bedürfnissen anzupassen", sagt Heike Marzen. "Und der Großteil ist jetzt ja geschafft."Sechs Monate Center-Management Neunkirchen - da kennt sie ihr Haus bestens. Klar könne sie alle - jetzt - 130 Läden auf einem Lageplan eintragen, ohne nachzuschlagen, bekräftigt die gebürtige Neunkircherin mit einem Lachen. Hellblonde Haare, blaue Augen und im Gespräch lebhaft gestikulierende Hände - die zierliche junge Frau verrät Temperament und Tatkraft. Die braucht sie. Zum Beispiel auch für den bevorstehenden Wettbewerb mit der neuen Saar-Galerie in Saarbrücken (ebenfalls unterm Dach des ECE-Konzerns). Dort führt ihr Vorgänger in Neunkirchen die Geschäfte. "Wir sehen das sportlich", erklärte Heike Marzen. "Ich habe Serge Micarelli zum Abschied gesagt: 'Zieh' dich warm an. Wir sind die Shopping-Nummer 1 im Saarland und werden es auch bleiben." Letztlich aber überschnitten sich die Einzugsgebiete beider Häuser nur gering. Die Auffassung, in Neunkircher Einkaufstempel fehlten lokale Anbieter, lässt Marzen nicht gelten: "Der Eindruck täuscht." Oftmals steckten Ortsansässige als Franchise-Nehmer hinter einer Ketten-Filiale. Dass man in Center-Häusern überall die gleichen Läden finde, liege auch an wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Marzen: "Aber wir suchen schon die Perlen der Einzelbetreiber, um ein Center unverwechselbar zu machen."Von ihrem Büro schaut Heike Marzen auf den Stummplatz. Es sei schön, so einen zentralen Platz vor dem Haus zu haben, sagt sie und fügt diplomatisch hinzu: Sicher könne der Platz noch attraktiver werden. Ebenso der Weihnachtsmarkt: "Der wird Thema im City-Beirat." Über Ladenöffnungszeiten wird anderswo entschieden. Heike Marzen steht hier für eine Freigabe: "Jeder Betreiber soll selbst entscheiden, wann er sein Haus öffnet." Was sie in Neunkirchen im Fall der Liberalisierung machen würde? "Den langen Donnerstag bis 22 Uhr einführen und Late-Night-Shopping ausbauen." Aus dem Programm 2010 unter Center-Dach greift Heike Marzen beim Redaktionsbesuch ein paar Appetithäppchen heraus: Da wäre im April Phänomenta II, eine Schau für Experimentierfreudige, im Mai Faszination Wüste mit lebenden Tieren und - wahrscheinlich im November - "Das Saarland tanzt".Verkaufsoffene Sonntage 2010: 28. März, 30. Mai, 31. Oktober und 28. November

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