PKV-Studie: Landärzte im Saarland profitieren stark von Privatpatienten

PKV-Studie : Privatpatienten stützen vor allem Saar-Landärzte

In den Kreisen St. Wendel und Merzig-Wadern bringen Privatpatienten den Praxen nach einer Studie besonders viel Geld ein. Das bremse die Landflucht von Ärzten.

Privatversicherte tragen im ländlichen Raum stärker zum realen Einkommen der dort niedergelassen Ärzte bei als in den Städten. Zu diesem Schluss kommt der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) in regionalen Untersuchungen für das Saarland und Bayern. Dabei zeigt sich für das Saarland: Vor allem im Kreis St. Wendel und Merzig-Wadern verschafft die Behandlung von Privatpatienten den Ärzten finanziell Luft. Aber auch insgesamt profitieren saarländische Mediziner stärker von der Möglichkeit, die Praxisbudgets durch Abrechnung mit den besser bezahlenden Privat-Versicherungen auszuweiten, als in Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg.

In Deutschland gibt es rund neun Millionen Privatversicherte. Mehr als 73 Millionen Menschen sind in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Eigentlich hieß es immer, dass Praxisärzte auch deshalb vornehmlich in die Städte gehen, weil dort besonders viele Privatversicherte leben. Denn wegen der unterschiedlichen Vergütungssysteme bringen sie den Ärzten deutlich mehr Geld ein als die Behandlung von Kassenpatienten. Darauf hatte kürzlich auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verwiesen. Nach den aktuellen PKV-Untersuchungen ist das aber nur eine „gefühlte Wirklichkeit“. Zwar konzentrieren sich Privatversicherte tatsächlich eher in den Metropolen. Doch im Vergleich zu den dortigen Praxen profitieren niedergelassene Mediziner auf dem Lande laut PKV zum Teil deutlich stärker von den „Privaten“. Dafür gebe es hauptsächlich zwei Gründe: Zum einen seien Privatversicherte in ländlichen Regionen im Schnitt älter, weshalb sie auch häufiger zum Arzt gingen. Zum anderen seien in den Ballungszentren die Praxismieten, Gehälter für Angestellte sowie weitere Kosten höher, was die Mehrumsätze durch die Privatpatienten dort real schmälere. Beide Faktoren wurden in der PKV-Untersuchung berücksichtigt.

Den noch unveröffentlichten Daten für das Saarland zufolge liegt demnach der Anteil der Privatpatienten im Kreis Merzig-Wadern mit 8,8 Prozent am deutlichsten unter dem Landesdurchschnitt. Unter Einbeziehung der Altersstruktur der Versicherten sowie des regionalen Preisniveaus haben die durch Privatpatienten verursachten Mehrumsätze laut PKV-Studie dort aber einen Realwert von rund 55 600 Euro pro Jahr und Praxis. Im Großraum Saarbrücken sind es dagegen nur knapp 38 000 Euro. Gegenüber den anderen Landkreisen im Saarland ist das Gefälle zum Teil sogar noch deutlich höher. So können die Praxisärzte im Landkreis St. Wendel Mehrumsätze im Realwert von durchschnittlich fast 63 000 Euro verbuchen. Das ist mehr als das 1,6-fache des erzielten Wertes im Großraum Saarbrücken. Im Kreis Neunkirchen sind es 52 800, im Saarpfalzkreis 51 000, im Kreis Saarlouis 43 400.

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