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"Piraten sind ein Dauerbrenner"

"Piraten sind ein Dauerbrenner"

Kreis Saarlouis. Wenn sie im Dezember den Weihnachtsmann sehen, fühlen sich einige schon an ihre Fastnachtsverkleidung erinnert. Zumindest haben sich Ende Dezember die ersten Kunden im Dillinger Kostümverleih der Difa (Die Initiative Frauen und Arbeit) bereits ihr Kostüm gesichert. Rosenmontag ist in diesem Jahr am 20. Februar

Kreis Saarlouis. Wenn sie im Dezember den Weihnachtsmann sehen, fühlen sich einige schon an ihre Fastnachtsverkleidung erinnert. Zumindest haben sich Ende Dezember die ersten Kunden im Dillinger Kostümverleih der Difa (Die Initiative Frauen und Arbeit) bereits ihr Kostüm gesichert. Rosenmontag ist in diesem Jahr am 20. Februar. "Aber viele wollen sicher sein, dass sie noch Auswahl haben", sagt die Dillinger Kostüm-Schneiderin Michaela Kleinbauer.

Wissen, was man will

Dabei kommen die meisten Kunden wenig zielstrebig in den Laden in der Saarlouiserstraße 3. "Die meisten kommen rein und sagen so etwas wie 'Ich würde mich gerne verkleiden'." Kleinbauer beginnt dann mit einer kleinen Führung durch den Laden. Dann können sie sich schon einmal umgucken und in eine bestimmte Richtung orientieren, "meistens entscheiden sich die Leute für das Kostüm, das sie optisch am schönsten finden", weiß Kleinbauer.

Die rund 800 Kostüme im Laden haben Kleinbauer und die 15 Frauen der Schneiderwerkstatt selbst entworfen und genäht. Es gibt Kostüme für Erwachsene, Männer und Frauen, in den Größen von 34 bis 52. Und wer nimmt was? "Männer sind sehr praktisch orientiert", sagt Kleinbauer. "Sie wollen eine unkomplizierte Verkleidung, die sie ganz einfach überwerfen und in der sie sich gut und bequem bewegen können." Frauen dagegen achten mehr auf einen hübschen Schnitt und die Optik eines Kostüms. "Sie sind viel eher dazu bereit, auf Kosten der Bequemlichkeit gut auszusehen", sagt die Schneiderin. "Die muss man bei der Beratung dann schon daran erinnern, dass sie in dem Kostüm ja auch noch tanzen, essen und trinken wollen. Manche würden sich sonst in ein viel zu enges Teil quetschen."

Besonders beliebt sind mittelalterliche und andere historische Kostüme, wie man sie auch in alten Filmen und auf Mittelaltermärkten sieht. Die machen daher auch bei Weitem den größten Teil der Kostüme im Laden aus. Kleinbauer: "Die Leute wollen an Fastnacht nicht mehr nur in eine andere Haut, sondern auch in eine andere Zeit schlüpfen." Aber nicht in die Rolle des anderen Geschlechts: Kaum eine Frau verkleidet sich etwa als Pirat, kaum ein Mann mal als Hexe. "Obwohl man doch gerade an Fastnacht mal in eine ganz andere Rolle schlüpfen dürfte", sagt Kleinbauer.

"Piraten sind ein Dauerbrenner, die gehen immer. Genau wie Robin Hood oder die drei Mustketiere." Astrid Jablonski, Leiterin von "Kostüme und Co.", lacht. "Vielleicht ist das ein Ur-Traum des Mannes, oder der Pirat im Manne, der sich für so ein Kostüm entscheidet", sagt sie. Als Gruppenkostüm ist etwa Till Eulenspiegel sehr beliebt. Der Clown dagegen ist außer Mode gekommen. Nur noch ganz vereinzelt wird einmal ein Clownskostüm genommen, meist von älteren Frauen.

Junge Leute kommen sehr spät

Angelika Einsele gefällt das Piratenkostüm am besten. Die wenigsten Frauen wollen aber ein Männerkostüm. Foto: Jenny Kallenbrunnen

Was bei den jungen Leuten in dieser Saison im Trend liegt, ist oft erst an Fastnachtssamstag klar. "Die Jungen kommen immer auf den letzten Drücker", sagt Jablonski und rät: Anfang Februar sollte man sich sein Kostüm reservieren, dann ist man auf der sicheren Seite. Zwischen 15 und 35 Euro kostet ein Kostüm pro Tag, "wobei das Fastnachtswochenende von Samstag bis Rosenmontag als ein Tag gezählt wird", sagt Kleinbauer. Es gibt auch eine Pauschale für eine ganze Woche. Die liegt bei etwa 50 Euro.