1. Saarland

Pionier in Sachen Bioanbau

Pionier in Sachen Bioanbau

Osterbrücken. Da strahlte am Sonntag die Sonne mit den zahlreichen Besuchern auf den Martinshof um die Wette. Wohl einzig Manfred Nafziger, Geschäftsführer von Bioland wünschte sich, aus landwirtschaftlicher Sicht ganz zu Recht, endlich mal wieder einen ergiebigen Landregen. Den könnte Landwirt Gerhard Kempf auf dem Martinshof auch ganz gut gebrauchen

Osterbrücken. Da strahlte am Sonntag die Sonne mit den zahlreichen Besuchern auf den Martinshof um die Wette. Wohl einzig Manfred Nafziger, Geschäftsführer von Bioland wünschte sich, aus landwirtschaftlicher Sicht ganz zu Recht, endlich mal wieder einen ergiebigen Landregen. Den könnte Landwirt Gerhard Kempf auf dem Martinshof auch ganz gut gebrauchen. "Doch, wenn ich auf meine neu installierte Photovoltaikanlage auf den Stallungen schaue, freue ich mich doch über die Sonne", sagte er zu Umweltministerin Simone Peter, die er zu einem Rundgang über den Hof eingeladen hatte.Fremd sind der Ministerin die Produkte des Martinhofs aus Osterbrücken schon lange nicht mehr, "wir sind durch die guten Produkte der Familien Kempf und Philipczyk auf den leckeren Ziegenjoghurt, aber auch den Käse und die Milch gekommen", erzählte sie beim Rundgang durch den Ziegenstall. Und sie hatte sichtlichen Spaß dabei, die zufriedenen Tiere mit Streicheleinheiten und Futter zu verwöhnen. Unzählige Hände, insbesondere von Kindern, wuschelten am Sonntag durch das Fell der Ziegen auf dem Martinshof. Dieser hatte eingeladen, um ein erstes wirklich großes Jubiläum zu feiern. 25 Jahre steht der Martinshof für hochwertige Biokost, war zu Anfang ein Projekt mit zwei, drei Leuten, wie Kempf erinnerte, ist mittlerweile ein erfolgreicher und zugleich richtungweisender Biohof mit 80 Mitarbeitern geworden. "Sie waren ein Pionier in Sachen Bioanbau im Saarland damals vor 25 Jahren und haben eine tolle Erfolgsgeschichte geschrieben", sagte Simone Peter in ihrer Gratulation. Im Jahr 1985 hatte Gerhard Kempf mit zehn Hektar Land und ein paar Ziegen begonnen, sich dann im Gemüsebau und auch in der Schweinezucht versucht, ehe ein Jahr später das Tier gefunden wurde, das heute mit dem Martinshof fest verbunden ist: Die Ziege. "Und so steht heute der Hof fest aus drei Säulen. Die Ziegen mit ihren Fleisch- und Käsereiprodukten, der Stadtladen und die Biobusse, die wöchentlich 1200 Kunden erreichen", fasste Peter zusammen. Und sie betonte die Wichtigkeit des Ökolandbaus, "Großes geschieht nur, wenn einige mehr tun, als sie müssen", so erklärte Landrat Udo Recktenwald den Erfolg des Martinshofes. "Hier haben Menschen Visionen und Ziele gehabt und sie haben an den richtigen Weg geglaubt", sagte er. In Zeiten der Globalisierung sieht er gerade die transparenten, kleinen regionalen Kreisläufe als überaus wichtig für die Verbraucher. "Genauso wenig, wie der Strom aus der Steckdose kommt, kommen die Lebensmittel aus dem Supermarktregal", gab Recktenwald zu bedenken. "Selbst das kleinste Dorf im letzten Winkel des Saarlandes kann große Geschäfte machen. Das hat der Martinshof über 25 Jahre eindrucksvoll bewiesen. Im Namen des Dorfes kann ich sagen, wir sind sehr stolz auf euch", erklärte Ortsvorsteher Armin Lang abschließend.