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Philippi: Werkschließung überdenken

Philippi: Werkschließung überdenken

Saarwellingen. Verwundert äußerte sich gestern Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Vorstandes der König + Neurath AG: dass er von der Absicht, das Saarwellinger Werk zu schließen, gerade eben und nur aus der Presse erfahren habe. Verwundert heißt bei solchen Gelegenheiten: sehr verärgert

Saarwellingen. Verwundert äußerte sich gestern Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Vorstandes der König + Neurath AG: dass er von der Absicht, das Saarwellinger Werk zu schließen, gerade eben und nur aus der Presse erfahren habe. Verwundert heißt bei solchen Gelegenheiten: sehr verärgert. Philippi schreibt weiter, er könne sich noch genau an die Worte des Vorstandsvorsitzenden bei einer Veranstaltung vor einem Jahr im Werk Saarwellingen anlässlich der Inbetriebnahme von zwei hochmodernen Maschinen erinnern. Damals habe Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reising im Beisein von Wirtschaftsminister Rippel erklärt, dass die Stärken am Standort Saarwellingen kontinuierlich ausgebaut werden sollten und man mit den neuen Maschinen noch schneller auf Kundenbedürfnisse eingehen könne. Zudem habe man damals darauf hingewiesen, dass sehr starke Auftragseingänge zu verzeichnen seien. "Schwer verständlich", wieso jetzt geschlossen werden solle. Vor dem Hintergrund dieser Investitionen und der damals getätigten Aussagen sei es nunmehr, noch nicht mal ein Jahr später, nur schwer verständlich, dass dieses Werk jetzt geschlossen werden solle, so der Bürgermeister weiter.Das Unternehmen solle seine Entscheidung überdenken, schreibt Philippi. Er stellte Unterstützung durch die Gemeinde Saarwellingen in Aussicht. Trotz Wirtschaftskrise solle die Wirtschaft das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Auge behalten, die teilweise über Jahrzehnte an der Entwicklung und dem Bestand des Werkes mitgewirkt haben, unterstreicht er in dem Brief. Der angebotene Wechsel zum Stammsitz in Karben stelle sich für viele Mitarbeiter als äußerst problematisch dar.