Pferdefleisch-Alarmstufe gesenkt

Saarbrücken. Das saarländische Verbraucherschutzministerium hat jetzt die Alarmstufe nach dem Pferdefleischskandal gesenkt. Nach Angaben von Sabine Schorr, Sprecherin des Ministeriums, wurden im Rahmen von Sonderkontrollen 78 Untersuchungen vor allem von Fertigprodukten, die Fleisch enthalten, auf Pferde-DNA im Landesamt für Verbraucherschutz vorgenommen

 Mit Pferdefleisch in Lasagne-Packungen fing der Skandal an. Im Saarland wurden zwei falsch deklarierte Fleischwaren entdeckt. Foto: dpa

Mit Pferdefleisch in Lasagne-Packungen fing der Skandal an. Im Saarland wurden zwei falsch deklarierte Fleischwaren entdeckt. Foto: dpa

Saarbrücken. Das saarländische Verbraucherschutzministerium hat jetzt die Alarmstufe nach dem Pferdefleischskandal gesenkt. Nach Angaben von Sabine Schorr, Sprecherin des Ministeriums, wurden im Rahmen von Sonderkontrollen 78 Untersuchungen vor allem von Fertigprodukten, die Fleisch enthalten, auf Pferde-DNA im Landesamt für Verbraucherschutz vorgenommen. Nur in den beiden Proben von "Hausmacher Gulasch halb und halb in feiner Soße" der Firma Dreistern-Konserven Neuruppin und von "Rindfleisch geschmort in würzigem Aufguss" eines Herstellers aus Tukuma in Lettland sei Pferdefleisch- statt Rindfleisch-DNA gefunden worden. Diese Produkte seien von den Händlern aus den Regalen entfernt worden. Gesundheitsschädlich waren jedoch auch diese beiden falsch deklarierten Produkte nicht. "Eine Analyse in einem Arnsberger Labor hat ergeben, dass beide Proben nicht mit Phenylbutazon belastet waren", so Schorr. Das Schmerzmittel Phenylbutazon, 1951 von Geigy (heute Novartis) in Basel entwickelt, ist im Pferdesport als Dopingmittel unter Verdacht."Wir haben die Sonderkontrollen ausgesetzt und führen jetzt risikoorientierte Kontrollen durch. Das heißt, wir kontrollieren dann, wenn ein Verdacht besteht", erläuterte Schorr das weitere Vorgehen der Kontrolleure in Sachen Pferdefleisch. Bei 14 von 16 saarländischen Hühnerhaltern hätten unangemeldete Sonderkontrollen in Sachen Haltungsbedingungen stattgefunden, nachdem aus Niedersachsen bekannt geworden war, dass dort bei der Eier-Deklarierung betrogen wird. "Bei unseren Betrieben war keine Täuschung feststellbar. Im Gegenteil: Bei allen Betrieben haben die Hennen mehr Platz als vorgeschrieben", betonte Schorr. Vor Ostern werde es keine Sonderkontrollen mehr geben. Der verbraucherpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Peter Strobel attestierte den Behörden ein "sorgfältiges Handeln". Jasmin Maurer (Piraten) kritisierte dagegen, dass der Verbraucher mehr Transparenz erwarte. "Der Verbraucher möchte wissen, was er da eigentlich isst", so Maurer. Die Umweltexpertin der Linksfraktion Dagmar Ensch-Engel forderte eine umgehende Veröffentlichung der Hersteller, die sich nicht an Richtlinien halten.

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