Peterberg: Ski und Rodel sind gar nicht gut

Peterberg: Ski und Rodel sind gar nicht gut

Ski und Rodeln am Peterberg: Das gab es in den vergangenen zehn Jahren nur wenige Tage. Ab diesem Winter gibt's dies gar nicht mehr. Denn der Gemeinderat beschloss, den Winterbetrieb einzustellen.

Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen zehn Jahren gab es fünf Jahre ohne jeglichen Wintersportbetrieb am Peterberg. In den übrigen fünf Jahren war der Schlepplift gerade mal an zusammen 49 Tagen im Einsatz, nahm das Freizeitzentrum 19 919 Euro ein. Die stärkste Saison war der Winter 2004/2005 mit 13 Betriebstagen und 6030 Euro Einnahmen. Allerdings stehen dem jährliche Ausgaben allein im Winter von bis zu 10 000 Euro gegenüber.

Wintersport hat am Peterberg keine Zukunft. Das sieht der Nonnweiler Gemeinderat so und beschloss bei zwei Enthaltungen der AfN-Fraktion (Linke/FDP), den Lift nicht mehr einzuschalten.

Zuvor hatte der Rat einstimmig den Jahresabschluss 2011 des Freizeit- und Wintersportzentrums Peterberg abgesegnet. Der schließt mit einem Verlust von 62 880 Euro ab, den die Gemeinde übernehmen muss. Diese beiden Punkte führten zu einer Grundsatzdiskussion über die Zukunft des Freizeitzentrums.

Das habe ein strukturelles Defizit, dem es entgegenzuwirken gelte, sagte Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos). Die CDU sprach sogar von erschreckenden Verlusten. Trotz Investitionen in eine komplett neue Schalenrutsche, in ein Rutschenparadies und eine neue Gastronomie sei die Kommune von einer "schwarzen Null" weit entfernt. "Die Gemeinde Nonnweiler kann sich ein solches Verlustgeschäft nicht mehr leisten", sagte darauf Heinz Klein (CDU). Seine Partei überlege, die gesamte Einrichtung zu verpachten. Klein: "Wir sind der festen Überzeugung, dass ein privater Investor eine bessere Auslastung, einen professionelleren Gastronomie-Betrieb sowie eine bessere Vermarktung und somit auch ein verbessertes Image für das Freizeitzentrum bringen würde."

Barth sieht dies anders: "Ich bin der Meinung, das Freizeitzentrum muss in der Hand der Gemeinde bleiben. Eine Privatisierung ist der falsche Weg." Bis zu 150 000 Besucher kämen jedes Jahr an den Peterberg. Der Vorteil für die Gemeinde gehe über das Freizeitzentrum hinaus. Barth deshalb: "Wir dürfen die Anlage nicht in Frage stellen."

Einig waren sich die Ratsmitglieder, dass die Verluste geringer werden sollen. Das Aus für den Wintersport sei da ein Schritt in die richtige Richtung.

Unterschiedliche Auffassungen gab es jedoch darüber, ob das Freizeitzentrum wirtschaftlich betrieben werden kann. So forderte Theo Weber (FWG): "Wir erwarten, dass für das nächste Geschäftsjahr ein Wirtschaftsplan vorgelegt wird, der nicht schon von geplanten Verlusten ausgeht. Es gibt privat geführte Freizeitzentren, die Gewinne abwerfen. Das erwarten wir auch von unserem Freizeitzentrum."

Es gebe doch nur zwei Stellschrauben, an denen die Gemeindeverwaltung drehen könne, sagte dazu der Rathauschef. Zum einen höhere Umsätze. Die aber hingen eng mit den Sonnentagen zusammen, da die Schalenrutschbahn schon beim ersten Regentropfen geschlossen werden müsse. So stünden 120 Betriebstage in dem einen nur 100 im nächsten Jahr gegenüber. Entsprechend unterschiedlich seien die Einnahmen.

Die zweite Möglichkeit: weniger Personal. Drei festangestellte Mitarbeiter habe das Zentrum, dort einzusparen sei nicht so einfach, sagte der Verwaltungschef. Barth erinnerte an andere Freizeitangebote in der Region: "Im Hallenbad Tholey oder beim Freizeitzentrum Bostalsee plant doch auch niemand mit einer schwarzen Null." Kann man das Personal im Winter an anderer Stelle einsetzen und so Geld einsparen?", fragte Weber. Die wenigsten Investitionen rentierten sich für die Gemeinde, stellte abschließend Michael Lukas (FDP) für die AfN-Fraktion fest.Einen Schlagabtausch gab es zum Thema Alpine Coaster, mit dem die Gäste bei Wind und Wetter den Berg hinuntersausen könnten. Der aber Millionen kosten würde. Erwin Scherer (SPD) warf CDU und FWG vor, in der Zeit ihrer Mehrheit 2004 bis 2009 diesen Coaster nicht gebaut zu haben - trotz der Chance auf einen 80-prozentigen Landeszuschuss, den es jetzt nicht mehr gebe. Scherer: "Heute können wir uns den Coaster nicht mehr leisten." Das Projekt sei gescheitert, weil die Regierung es nicht mehr so hoch bezuschusst habe, erwiderte Heinz Klein (CDU). "Ich kann mich nicht erinnern, dass die CDU/FWG diesen Coaster abgelehnt hat", unterstrich Theo Weber (FWG). "Ihr hattet damals die Mehrheit, ihr hättet das angehen können", so Erwin Scherers (SPD) direktes Kontra.