Peter Ramsauer greift zum SpatenFreudentag für Besseringer

Peter Ramsauer greift zum SpatenFreudentag für Besseringer

Besseringen. Seines Jacketts hat sich Peter Ramsauer schnell entledigt - kein Wunder bei über 30 Grad im Schatten

Besseringen. Seines Jacketts hat sich Peter Ramsauer schnell entledigt - kein Wunder bei über 30 Grad im Schatten. Ebenso schnell mischt sich der Bundesverkehrsminister unter die Gäste, die gestern Nachmittag vor der prallen Sonne Schutz unter den Pavillons suchen, die der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zur Feier des Tages aufgestellt hat - zum Spatenstich für die Ortsumgehung Besseringen. Nur zu gerne lauscht der CSU-Politiker den Ausführungen von Detlef Welsch, dem Sprecher der Bürgerinitiative, die sich seit zwei Jahren für den Bau der Umgehungsstraße stark macht. "Mit dem Spaten haben wir April 2009 schon mal den Spatenstich geübt", lacht Welsch. "Ihr Politiker lasst euch raten, nehmt einen Spaten."Für den Gast aus Bonn hat der LfS einen krachneuen besorgt - acht weitere für die übrigen "Spatenstecher". Dass sich am Ende Anke Rehlinger (SPD) und Edmund Kütten einen teilen, stört die beiden Landtagsabgeordneten nicht.

Auf Wunsch des Bundesverkehrsministers muss der BI-Chef ebenfalls Sand schaufeln - natürlich mit seinem eigenen Spaten. "Es ist toll, dass sich eine Bürgerinitiative für etwas einsetzt und nicht dagegen ist", lobt der Bundesverkehrsminister. "Sie bringen den Mut auf, für etwas zu sein - toll." Den Straßenneubau, für den gut 27 Millionen Euro einkalkuliert sind, nennt er eine wichtige Maßnahme für Merzig und die Umgehung. "Damit wird die Region noch besser erschlossen." Derweil strahlen Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Merzigs Oberbürgermeister Alfons Lauer mit der Sonne um die Wette. Seit Jahren haben sie sich für den Bau dieser Umgehung stark gemacht - jetzt geht ihre Forderung in Erfüllung.

Gegen ein Gießkannen-Prinzip verwehrt sich Ramsauer vehement. Beim Bau einer Straße entscheide man nach Notwendigkeit und Nutzen. Und das sei bei der Ortsumgehung gegeben. Die rund 17 000 Autos, die täglich durch den Merziger Stadtteil fahren, sind nach seiner Darstellung im bundesweiten Vergleich enorm.

"Mein alter Freund", macht Ministerpräsident Peter Müller (CDU) den Gästen beim Spatenstich sein Verhältnis zu dem Politiker aus Bayern klar, ebenso dass es in Gesprächen auch mal heiß hergegangen sei. "Wir haben versprochen, auf Ramsauer aufzupassen, wenn er im Saarland ist", sagt er und hat die Lacher auf seiner Seite. Müller lobt das Engagement, mit dem die Bürgerinitiative für den Bau der Ortsumgehung gekämpft hat. "Es war eine schwere Geburt", bezeichnet er die rund 40-jährige Wartezeit auf den Bau. "Heute ist ein Tag der Freude."

Der Bau der Nordsaarlandstraße werde vorangetrieben. "Wir brauchen diese Straße wie die Ortsumgehung von Besseringen", sagt Markus Rausch, Landtagskandidat der SPD. Detlef Welsch ergänzt: "Wir sind für deren Realisierung" - eine Forderung, die viele Gäste unterstützen. Besseringen. Zufrieden lässt Besseringens Ortsvorsteher Josef Bock seine Blicke über die Festmeile schweifen. Für ihn geht ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung - der Start für den Bau der Ortsumgehung. Ortsratmitglied Klaus Lorenz freut sich wie ein Schneekönig. Mit dem Lärmschutz, den der Landesbetrieb für Straßenbau zugesagt habe, sei auch die Kritik verstummt, sagt er. Für Anlieger der Besseringer Bezirksstraße, über Jahre traktiert von Autolärm und Abgasen, beginnt mit der Ortsumgehung ein neues Zeitalter. Da ist sich Karl-Heinz Braun sicher. Die Probleme der Anlieger sind Ursula und Albert Schwindling aus Hilbringen aus eigener Erfahrung bestens bekannt. Jahrelang seien sie diese Strecke zur Arbeit gefahren. "Jetzt brauchen wir noch die Nordumfahrung von Merzig, damit dieser Stau auch aufhört." mst "Bürger bringen den Mut auf, für etwas zu sein - toll."

Peter Ramsauer

Auf einen Blick

Seit über 40 Jahren fordern die Besseringer die Ortsumgehung. Der Planfeststellungsbeschluss war am 19. August 2009. Anfang des vergangenen Jahres begannen die Vorarbeiten zum Bau der Straße.

Mit insgesamt 27,2 Millionen Euro wird das Projekt kalkuliert. Läuft alles nach Plan, soll die Straße im Herbst 2013 fertig sein.

Die Länge des Streckenbaus gibt der LfS mit rund 3,6 Kilometern an. Eine Überführung, zwei Unterführungen und drei Stützbauwerke sind geplant. red