1. Saarland

Personensuche im Luftschutzbunker

Personensuche im Luftschutzbunker

Oberthal. Der Leiter des Oberthaler Schullandheimes, Erwin Wilhelm, alarmiert die Feuerwehr. Im Gebäude ist ein Schwelbrand ausgebrochen. Nach seinen Angaben müssten sich noch drei vermisste Personen in den stark verrauchten Kellerräumen, einem ehemaligen Luftschutzbunker, befinden

Oberthal. Der Leiter des Oberthaler Schullandheimes, Erwin Wilhelm, alarmiert die Feuerwehr. Im Gebäude ist ein Schwelbrand ausgebrochen. Nach seinen Angaben müssten sich noch drei vermisste Personen in den stark verrauchten Kellerräumen, einem ehemaligen Luftschutzbunker, befinden. "Zum Abschluss des Lehrgangs haben wir ein reales Szenario gewählt", sagt der Lehrgangsleiter und Leiter Atemschutz der Feuerwehr Oberthal, Ralf Rauber. Angriffstruppweise gehen die Atemschutzträger ins total verqualmte Gebäude. "Wir haben nur eine handbreit Sichtweite", vermeldet Feuerwehrmann Michael Heck über Funk. Hauptaufgabe der Atemschutzträger ist es, die Räume nach den vermissten Personen abzusuchen und den Brandherd zu lokalisieren. "Für die Jungs wird das knallhart", weiß Rauber. Entlang der Seilsicherung bewegen sich die Feuerwehrmänner im Seitenkriechgang die Treppe hinunter. Trotz schlechter Sichtverhältnisse gilt es, Hindernisse, wie wild umherliegende Gegenstände oder Engpässe, zu meistern. "Sie können sich nur vortasten, weil sie in den total verqualmten Räumen einfach nichts sehen", so Rauber. Nur entlang der Seilsicherung finden die Trupps wieder den Rückweg, für den die doppelte Zeit als für den Hinweg einkalkuliert wird. Nach rund zehn Minuten werden die Atemschutzträger deshalb wieder zurück beordert. Einem weiteren Trupp steht eine Türöffnung aus der Deckung bevor, eine Rauchgaskühlung mit Sprühstrahl wird vorbereitet. "Eine vermisste Person lokalisiert", meldet der Angriffstrupp Marcus Gierend/Stefan Kaup. Mit insgesamt 18 Kilogramm Ausrüstung bepackt retten die Feuermänner die fiktive Person aus einem Kellerraum und müssen anschließend die rund 60 Kilogramm schwere Puppe sicher die Treppe hinauf befördern und sie zur Erstversorgung in die Hände den Sanitäter übergeben. Die Suche nach den beiden anderen Personen verläuft ebenfalls erfolgreich. "Das war schon sehr schwierig", meint Feuerwehrmann Kevin Lauer. In alten Häusern treffe man aber solche Situationen, wie bei Übung, immer wieder an. Neben dem realitätsnahen Einsatz ist den Lehrgangsteilnehmern zudem in den elf Unterrichtseinheiten sehr viel theoretisches Wissen vermittelt worden. Themenschwerpunkte waren dabei unter anderem die Bedeutung des Atemschutzes, Atemgifte und die Gerätekunde. Lehrgangsleiter Rauber war stolz darauf, dass die 14 Feuerwehrkameraden, die am Lehrgang teilnahmen, die Prüfung auch erfolgreich abgeschlossen haben.

Auf einen Blick

Die Teilnehmer am Atemschutztäger-Lehrgang: Maximilian Backes, Pascal Jung, Marcus Gierend, Kevin Lauer, Philipp Andres, Pascal Neu (alle Löschbezirk Güdesweiler), Daniel Barth, Michael Heck, Kai Schulz (alle Löschbezirk Steinberg-Deckenhardt), Maximilian Just, Yannik Kiefer, Christoph Noß, Levin Schmitt (alle Löschbezirk Oberthal-Gronig), Stefan Kaup (Löschbezirk Niederlinxweiler). frf