Perlen der Rockmusik

Perlen der Rockmusik

Malstatt. Mit dem Mikrofon auf der Bühne ist er kaum noch zu bändigen. Wenn Romano Marceddu Rockmusik singt, dann steht er unter Strom. Dann shuffelt er schneller als Boxer Mohamed Ali zu seinen besten Zeiten

Malstatt. Mit dem Mikrofon auf der Bühne ist er kaum noch zu bändigen. Wenn Romano Marceddu Rockmusik singt, dann steht er unter Strom. Dann shuffelt er schneller als Boxer Mohamed Ali zu seinen besten Zeiten. Dann flitzt er singend im Saal zwischen den Zuschauern durch, gelegentlich kracht dann auch mal der schwere Mikrofonständer in den Zuschauerraum - zum Glück an einer ungefährlichen Stelle. Zusammen mit Schlagzeuger Bernd Wegener, Gitarrist Gerhard Hoff und Bassist Christian Konrad hat sich der Püttlinger Romano Marceddu einen Lebenstraum erfüllt: Als Band "Spido" bringen sie Perlen der Rock-, Pop- und Bluesgeschichte eigenwillig arrangiert und teilweise mit eigenen Kompositionen interpretiert auf die Bühnen. So auch am Freitag im Malstatter Kulturzentrum "Breite 63".Zum Beispiel "Personal Jesus", bei dem die Spido-Version zunächst nur sehr wenig mit dem Depeche-Mode-Orignial gemeinsam hat. Bassist Konrad spielt das verfremdete Intro dazu mit einer Kombination aus Zupf- und Hammertechniken. Lange Instrumentensolos sind ein wichtiger Bestandteil der Spido-Musik. Da gibt es Szenenapplaus für Hoff und sein Solo zu John Mellencamps "When Jesus left Burmingham". Noch mehr beeindruckt dann später Konrad am Bass. Der holt zunächst virtuos die verblüffendsten Tonfolgen aus seinem zerschlissen aussehenden Fender-Bass heraus, um dann gelassen den stürmischen Applaus zu genießen.Und dann ist da auch noch der energiegeladene Frontmann Marceddu. Der singt zunächst leidenschaftlich "Every Day I've got the Blues" und entscheidet sich dann, bei Gary Moores "Crossroads" fast den kompletten Titel durch sein Megafon zu singen, was der Nummer einen besonderen Charakter verleiht. Mit "Sooner or later they'll cut you down" endet die rasante Show, doch weil das Quartett beim Publikum richtig gut ankommt, muss es selbstverständlich eine Zugabe geben. Die erfüllen die vier Spidos unter anderem mit einer eigenen Version von "Sitting on the Top of the World", gespielt als langsamen Blues. al