1. Saarland

Perfekte Technik gepaart mit Spielfreude

Perfekte Technik gepaart mit Spielfreude

St. Wendel. Michael Utz, der Solist der zweiten "Orgelmusik am Abend" in der Basilika, war aus Brauweiler bei Köln gekommen und erfreute mit einem gut angelegten Programm eine stattliche Zahl Zuhörer. Er begann sein Konzert mit dem berühmten Präludium in e-Moll des norddeutschen Barockmeisters Nicolaus Bruhns

St. Wendel. Michael Utz, der Solist der zweiten "Orgelmusik am Abend" in der Basilika, war aus Brauweiler bei Köln gekommen und erfreute mit einem gut angelegten Programm eine stattliche Zahl Zuhörer. Er begann sein Konzert mit dem berühmten Präludium in e-Moll des norddeutschen Barockmeisters Nicolaus Bruhns.Mit perfekter Technik und Freude an einer differenzierten Registrierung wurde Utz der eigenwilligen Vielfalt der Motive dieses Werks mühelos gerecht. Bei Johann Sebastian Bachs Fantasie und Fuge in g-Moll stellte sich ihm die Aufgabe, eine weit geschlossenere Komposition angemessen und interessant darzustellen.

Er arbeitete die Gegensätze der Fantasie heraus und bot eine federnd leichte Fuge in einem füllenden, aber niemals wuchtigen Klang.

Ein Höhepunkt der Darbietungen waren Teile der Sonate Nr. 5 in c-Moll des bedeutenden französischen Orgelromantikers Felix Alexandre Guilmant: effektvoll inszenierte Leidenschaft im Allegro appassionato, ein gedämpfter Streicherklang im Adagio, der für dynamische Veränderungen offen blieb, und ein köstliches Scherzo mit einer reichen Palette der Ausdrucksmöglichkeiten.

Dazwischen hatte Michael Utz weitgehend unbekannte Kompositionen eingefügt. Karel Salomon, der 1933 aus Deutschland vertrieben wurde und entscheidend den Aufbau des Musiklebens in Palästina beziehungsweise Israel mitgestaltete, schrieb Orgelstücke, die auf traditioneller Musik aus der hebräischen Liturgie beruhen. Sie faszinierten durch die charakteristische Kombination von fremdartiger, unter anderem kirchentonaler oder orientalischer Melodik mit einem von deutscher Spätromantik geprägten Begleitstil.

Etwas älter als Salomon war der Engländer Percy Fletcher, dessen "Matinale" in sehr gefälliger Manier schön verzierte "Morgenmelodien" vor orchestralem Hintergrund darbietet. Meisterlich gespielt wurden auch diese Neuentdeckungen dankbar genossen.