Pause machen mit einem Musical-WeltstarSchaurig-schönes Liebesleiden

St. Wendel. "An einem Freitag den 13. haben wir das Glück, Sie treffen zu dürfen", sagt Ingrid Scheer zu Deborah Sasson, Darstellerin der Christine in der im St. Wendeler Saalbau aufgeführten Neu-Inszenierung von "Das Phantom der Oper" (siehe nebenstehenden Beitrag)

 Sie trafen Weltstar Deborah Sasson (mit Glas) und andere Musical-Mitwirkende im St. Wendeler Saalbau: Annabel Schmitt (Zweite von links), Ingrid Scheer (Dritte von links) und Janine Schmitt (rechts neben Deborah Sasson). Fotos: dia-saar.de

Sie trafen Weltstar Deborah Sasson (mit Glas) und andere Musical-Mitwirkende im St. Wendeler Saalbau: Annabel Schmitt (Zweite von links), Ingrid Scheer (Dritte von links) und Janine Schmitt (rechts neben Deborah Sasson). Fotos: dia-saar.de

St. Wendel. "An einem Freitag den 13. haben wir das Glück, Sie treffen zu dürfen", sagt Ingrid Scheer zu Deborah Sasson, Darstellerin der Christine in der im St. Wendeler Saalbau aufgeführten Neu-Inszenierung von "Das Phantom der Oper" (siehe nebenstehenden Beitrag). Ingrid Scheer hatte in der SZ-Verlosungsaktion nicht nur zwei Eintrittskarten für das Musical gewonnen, sondern auch ein Meet and Greet, also ein Treffen mit den Darstellern. Beides hatte sie ihren Nichten Janine und Annabel Schmitt geschenkt, ließ es sich aber nicht nehmen, die beiden Schwestern zu begleiten. "Ich habe schon einmal die Version des Musicals von Andrew Lloyd Webber gesehen und bin sehr gespannt auf diese Neu-Inszenierung", verrät die Gewinnerin. Und ihre Nichten sind vor Beginn der Vorstellung nicht minder aufgeregt. "Schon als Kinder haben wir uns die CD immer wieder angehört und freuen uns jetzt natürlich, das Ganze einmal miterleben zu können", erzählt die 16-jähirge Annabel Schmitt. Dass sie nicht die weltbekannte Version zu hören bekommen, störe sie und ihre Schwester nicht. "Dann kommen wir auch nicht in Versuchung, mitzusingen."Nach der ersten Hälfte sind alle drei von der Inszenierung begeistert. "Ich bin sehr positiv überrascht", meint Janine Schmitt, kann aber auch nicht mehr dazu sagen, weil es sogleich hinter die Bühne geht, um die Stars des Musicals zu treffen". Und groß ist die Überraschung, als nicht nur Deborah Sasson, Phantom-Darsteller Axel Olzinger und Jochen Sautter, Darsteller des Raoul, auf die drei Gewinner warten, sondern fast alle Solisten versammelt sind. Alle empfangen Janine und Annabel Schmitt sehr herzlich. Und schon nach kurzer Zeit plaudern sie wie alte Bekannte. Deborah Sasson erzählt begeistert von ihrem Leben als Sängerin und gibt den drei Zuhörerinnen Hintergrundinformationen zum Stück: "Diese Produktion ist schwieriger als andere, weil wir jeden Tag an einem anderen Ort spielen und deshalb viel reisen müssen. Das heute ist die 46. Vorstellung für diese Saison. Trotzdem macht es sehr viel Spaß." Auch Axel Olzinger erzählt von seiner Rolle: "Das Phantom zu spielen, ist jeden Abend eine Herausforderung. Das war es von Anfang an, denn ich wusste ja nicht wirklich, was mich erwarten würde. Aber gerade das ist ja so spannend, denn ich kann die Figur selbst kreieren."Und die Show geht weiterDoch dann müssen die Gewinner auch schon wieder in den Zuschauerraum des St. Wendeler Saalbaus zurück, um die zweite Hälfte der Aufführung sehen zu können. Am Ende sind Ingrid Scheer und ihre beiden Nichten restlos von der Neu-Inszenierung und vor allem von ihren Darstellern überzeugt. "Ich habe ja noch nie mit so jemand Berühmten gesprochen und bin sehr erfreut, wie nett, offen und vor allem natürlich alle waren", resümiert Ingrid Scheer. St. Wendel. Dichter Nebel kriecht über den Friedhofsboden, auf dem Christine Daee einsam um ihren verstorbenen Vater trauert. Doch plötzlich erhebt sich ein maskierter Mann hinter den Grabsteinen und fordert: "Ich will Dich ganz und gar für mich!" Mit diesen Worten leitete das Phantom der Oper seine tragische Geschichte ein, die am vergangenen Freitag im St. Wendeler Saalbau als Musical-Neuinszenierung unter der musikalischen Leitung von Peter Moss aufgeführt wurde. Das Bühnenwerk handelt von der jungen Sängerin Christine Daee, die sich entscheiden muss zwischen der Liebe zu ihrem alten Jugendfreund Raoul und ihrer Karriere, die eng mit dem Phantom der Oper verknüpft ist: Der geheimnisvolle Mann, der sich wegen Entstellungen im Unterbau der Pariser Oper verstecken muss, unterrichtet das einstmalige Chormädchen, macht sie zu einer geschulten Solistin und bringt sie zu großem Ruhm. Allerdings verliebt er sich während des Unterrichts auch in die schöne Christine und möchte sie auf keinen Fall mit Raoul teilen. Um das zu verhindern, schreckt er selbst vor Mord nicht zurück.Wer am Freitag auf der Bühne des Saalbaus die weltbekannte Inszenierung von Andrew Lloyd Webber erwartet hatte, der wurde überrascht. Denn das Musical bot eine völlig neue, ausdrucksstarke Interpretation der Geschichte um das Phantom, die sich noch geschlossener an der 1911 erschienen Romanvorlage von Gaston Leroux orientierte.Trotz dieser neuen Auslegung des insgesamt 60-köpfigen Teams gab es aber auch hier großen Wiedererkennungswert: Nicht alle Songs hatte man eigens komponiert, sie stammten auch zum Teil aus bekannten Opern wie La Traviata oder Carmen und waren lediglich mit neuen Texten dem Musical-Stoff angepasst worden. Auf diese Weise entstand eine moderne, stellenweise sogar schräge Inszenierung, bei der die Faszination der tragischen Liebesgeschichte aber dennoch nicht verloren ging. Neben der Musik von Peter Moss und der Regie von Verena Friedrich trug vor allem auch die hochkarätige Besetzung zum Erfolg des Abends bei. Mit dem Weltstar Deborah Sasson konnte die Rolle der Christine Daee nicht besser besetzt werden. Die in Boston geborene Künstlerin ließ sich nie auf ernsthafte oder unterhaltsame Musik festlegen und war so mit ihrer außergewöhnlichen Stimme wie geschaffen für die Neuinszenierung des Musicals. An ihrer Seite brillierten Axel Olzinger als Phantom und Jochen Sautter als Raoul. Gemeinsam mit neun weiteren Solisten erweckten sie die Geschichte um das Phantom der Oper zum Leben und boten dem Publikum einen spannenden, tragischen und amüsanten Abend, der mit viel Applaus und mehreren Forderungen nach Zugaben honoriert wurde. sick