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Pastor: Wendelin ist auch heute noch wichtig

Pastor: Wendelin ist auch heute noch wichtig

St. Wendel. Seit Hunderten Jahren pilgern Gläubige zum Grab des heiligen Wendelin. Auch in der heutigen, modernen Zeit. "Der heilige Wendelin ist fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert", sagt Anton Franziskus (Foto: pr), Pastor der Pfarrgemeinde St. Wendelin: "Das ist in den Leuten drin, selbst wenn sie nicht mehr zu den Reliquien kommen

St. Wendel. Seit Hunderten Jahren pilgern Gläubige zum Grab des heiligen Wendelin. Auch in der heutigen, modernen Zeit. "Der heilige Wendelin ist fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert", sagt Anton Franziskus (Foto: pr), Pastor der Pfarrgemeinde St. Wendelin: "Das ist in den Leuten drin, selbst wenn sie nicht mehr zu den Reliquien kommen."Franziskus zieht Bilanz des Wendelinusjahres anlässlich des 650-jährigen Bestehens der Basilika. Von Oktober 2009 bis Oktober 2010 hatte die Pfarrei dieses Festjahr ausgerufen und eine ganze Reihe kirchlicher und weltlicher Veranstaltungen organisiert. Dazu gehörten Konzerte, Straßenmalerei, Glockengießen, ein Mittelaltermarkt, eine Ausstellung im Mia-Münster-Haus und historische Vorträge im Pfarrgarten.

Höhepunkt war die Pilgerwoche um Pfingsten mit der Öffnung des Reliquienschreines. Eine Woche waren die Gebeine des Heiligen im gläsernen Schrein zu sehen. Den Gottesdienst an Pfingstsonntag gestaltete der päpstliche Nuntius Jean Claude Périsset. Abschluss des Jubiläumsjahres unter dem Motto "Und machet eine schoene kirch ueber sein grab" war die traditionelle Wendelswoche im Oktober.

"Wir hatten eine ganze Menge von Initiativen", unterstreicht Anton Franziskus. Was ohne den hohen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer nicht möglich gewesen wäre. "Von den Messdienern in der Kirche über die Freiwilligen beim Andenkenverkauf bis zu den Bedienungen bei Veranstaltungen im Cusanushaus", lobt der Seelsorger deren Engagement.

Dass dieser Einsatz auch positive Auswirkungen über das Wendelinusjahr hinaus hat, davon ist der Pastor überzeugt. So hätten während des Weihnachtsmarktes so viele Besucher wie noch nie die "Zeit der Stille" in der Wallfahrtskirche aufgesucht, nennt er ein Beispiel. Zur Wallfahrtswoche im Oktober seien mehr Besucher gekommen als erwartet. Und was die Besichtigung der Kirche angehe, so biete man wohl neben dem Trierer Dom die meisten Führungen im Bistum an. "Der heilige Wendelin ist den Menschen noch näher gekommen, er hat mehr Profil gewonnen", so Franziskus.

Dabei gehe es nicht um die Verehrung der Reliquien. Sondern um die Verehrung eines Menschen, der den Glauben ernsthaft gelebt habe, der aufmerksam gewesen sei für die Schöpfung. Der in der Schöpfung die Spur Gottes erkannt habe. Das drücke auch das seit zehn Jahren gültige Wallfahrtsmotto aus: "Gott suchen wie St. Wendelin".

Ausblick auf 2017

Das soll auch das Motto der Wallfahrtswoche in diesem Oktober sein. Wann aber wieder die Reliquien in ihrem gläsernen Schrein zu sehen sein werden, ist noch völlig offen. Der nächste mögliche Zeitpunkt wäre 2017. Denn im Jahr 617, also dann vor 1400 Jahren, soll der Heilige gestorben sein. Dieses Datum ist allerdings historisch nicht gesichert. Franziskus: "Sicher ist nur, dass der Heilige gelebt hat."