1. Saarland

Pastor Kostka ist hoch erfreut

Pastor Kostka ist hoch erfreut

Hühnerfeld. Pastor Manfred Kostka ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Ein paar Handwerker sind noch mit dem Feinschliff beschäftigt, ein Orgelbauer stimmt die "Königin der Instrumente" auf ihren großen Auftritt ein. Am kommenden Samstag muss alles fertig sein. Denn dann wird die katholische Kirche St. Marien in Hühnerfeld wieder für die Gläubigen geöffnet sein - genau zum 100

Hühnerfeld. Pastor Manfred Kostka ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Ein paar Handwerker sind noch mit dem Feinschliff beschäftigt, ein Orgelbauer stimmt die "Königin der Instrumente" auf ihren großen Auftritt ein. Am kommenden Samstag muss alles fertig sein. Denn dann wird die katholische Kirche St. Marien in Hühnerfeld wieder für die Gläubigen geöffnet sein - genau zum 100. Jahrestag der Benediktion (Einsegnung). Ein halbes Jahr war das Gotteshaus geschlossen.

Auf Vorschlag des Diözesan-Architekten war die 1910 erbaute Kirche ins Konjunkturprogramm II des Saarlandes aufgenommen worden. Damit war ein Zuschuss zu den Baukosten - insgesamt 225 000 Euro - von 20 Prozent gesichert. Daraufhin gewährte auch das Bistum Trier einen ordentlichen Zuschuss. Und ein großzügiger Mäzen, der nicht genannt werden will, sagt Seelsorger Kostka, ließ der Kirchengemeinde nochmals 60 000 Euro für die Innenrenovierung zukommen und trug die Kosten für die Versetzung von Tabernakel und Taufbecken sowie den Abbruch der Außentreppe zum Chor und das Entfernen einer 1973 gebrochenen Tür. Es blieben somit noch 60 000 Euro an Kosten übrig, wovon ein Großteil über ein langfristiges Darlehen finanziert wird.

Neu ist auch ein vom Diözesankonservator empfohlener Kalkschlemmmputz in drei milde getönten Farben. Das wirkt leicht und unaufdringlich. Und bringt die schönen Fenster zur Geltung. Die Sitzbänke wurden derweil abgeschliffen und neu versiegelt.

Der Tabernakel indessen hat wieder seinen neuen alten Platz im Chorraum. Dort war zwischenzeitlich die Taufkapelle. Sie wurde ausgebaut und die für das Becken geschaffene Vertiefung zubetoniert. Manfred Kostka ist froh, dass das Taufbecken nun in nächster Nähe zu den Sitzbänken rechts seinen Platz gefunden hat: "Von dort ist die Taufe im Gottesdienst von der Gemeinde auch besser zu sehen und mitzuverfolgen." Eine vorherige Umfrage in der Pfarrgemeinde habe diese Lösung begrüßt.

Was die Hock-Orgel betrifft, so musste die Gemeinde viele Jahre auf sie verzichten. Pastor Kostka: "Zwischen 2006 und 2010 hat die Firma Gaida aus Wemmetsweiler aus einer technischen Ruine ein wunderbares Instrument wieder erstehen lassen." Nach insgesamt elf Jahren sei es endlich gelungen: die 1931 von der Firma Hock in Saarlouis erbaute und von 1957 bis 1959 von der Firma Mayer umgebaute Orgel von St. Marien annähernd in den Originalzustand zu versetzen.

Rund 100 000 Euro hat dies gekostet, eine Einzelspende über 30 000 half da der Kirchengemeinde ganz enorm. Ebenso eine kirchliche Rücklage von rund 21 000 Euro. Derweil beteiligte sich laut Kirchengemeinde das Bistum nicht an den Kosten.

2004 wurde ein Orgelverein gegründet, der auf die Suche nach Spendern ging. Die Gläubigen ließen sich nicht lange bitten und machten die Wiederauferstehung des königlichen Instruments gewissermaßen zu ihrem Projekt. Pastor Kostka ist enorm stolz darauf, dass seine "Schäfchen" und andere Menschen die Kirchengemeinde nicht im Stich gelassen haben. Der Dank des Geistlichen gilt auch und vor allem dem Orgelbauer Thomas Gaida "für seinen außerordentlichen Einsatz". Trotz mancher Unkenrufe in den vergangenen Jahren habe man es geschafft, ohne den Haushalt der Gemeinde zu belasten oder ein Darlehen aufzunehmen.

Der rührige Orgelbauverein wird weiterbestehen. Er will die Wartung und Pflege des mächtigen Instrumentes unterstützen. Und Orgelkonzerte organisieren. "Aus einer technischen Ruine wurde wieder ein wunderbares Instrument."

Pastor Kostka zur restaurierten Hock-Orgel

Auf einen Blick

Wieder eingeweiht wird die Kirche St. Marien Hühnerfeld am kommenden Samstag, 18. Dezember, um 18 Uhr mit einem Festgottesdienst. Die von Grund auf restaurierte und umgebaute Hock-Orgel wird zu diesem Ereignis erstmals nach vielen Jahren wieder erklingen. Gespielt wird sie von Orgelbauer Thomas Gaida. Hauptzelebrant des Gottesdienstes ist Dechant Stefan Sänger. Es singt die Chorgemeinschaft Altenwald/Hühnerfeld. mh