Parteien müssen ihre Plakate jetzt zügig entfernen

Parteien müssen ihre Plakate jetzt zügig entfernen

Die Landtagswahl ist vorbei, doch an einigen Straßenecken lächeln einem die Kandidaten noch von den Wahlplakaten entgegen.

Aber nicht mehr lange. Die Parteien müssen ihre Plakate jetzt zügig abnehmen. Wie lange sie dafür Zeit haben, ist von Ort zu Ort unterschiedlich: In Neunkirchen etwa läuft die Frist am 8. April ab, in Völklingen bereits am 1. April. In St. Wendel haben die Parteien acht Tage Zeit, ihre Plakate verschwinden zu lassen. Tun sie das nicht, entfernt die Stadt die Wahlwerbung selbst und stellt es ihnen in Rechnung. Theoretisch könne die Stadt sogar ein Bußgeld verhängen, sagt Sprecher Volker Schmidt. Das sei aber noch nie vorgekommen. "Es kann ja sein, dass eine Partei ein Plakat übersieht, dann weisen wir sie darauf hin." In Saarbrücken hatten die Parteien sogar nur 48 Stunden Zeit, um die Überreste des Wahlkampfs zu tilgen.

Tatsächlich haben die Parteien ihre ehrenamtlichen Helfer schon losgeschickt - und die haben viel zu tun: Die CDU hatte laut Sprecher Marc Speicher im gesamten Saarland 11 000 Plakate aufgehängt, die jetzt entfernt und bei Recyclingfirmen abgegeben werden. Bei der SPD waren es landesweit fast 500 Großflächenplakate und etliche kleinere, die die Ortsverbände jetzt abhängen.

Die Linke warb mit rund 4000 Plakaten für sich, und die FDP hatte sogar 6000 Plakate angebracht - wenn auch erfolglos. Der Einzug in den Landtag misslang. "Wir gehen davon aus, dass bis zum kommenden Wochenende die meisten Plakate entfernt sind", sagt FDP-Sprecher Ralf Armbrüster. Sollten die Helfer welche übersehen, freue man sich über einen Hinweis per E-Mail (lgs@fdp-saar.de). Auch den Grünen brachten ihre 5500 Plakate kein Glück. "Wie viele von denen noch hängen, können wir nicht beziffern, da dieses Jahr durch Stürme und Vandalismus viele Beschädigungen stattgefunden haben", sagt Landesgeschäftsführer Thomas Tressel. Aber die Parteimitglieder seien schon unterwegs, um alle abzuhängen und zur Druckerei zurückzubringen.

"Wir nehmen die Plakate kostenlos zurück", sagt Gerhard Klein, Geschäftsführer von Braun und Klein. Seine Firma hatte die Plakate für sieben Parteien gedruckt (und hätte sogar noch weitere drucken können, die Anfrage der AfD lehnte sie aber ab). Die Plakate, die aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellt sind, werden geschreddert und an einen Recycler weitergegeben. Der liefert das aufbereitete Polypropylen wiederum an die Autoindustrie. Gut möglich also, dass in so manchem Neuwagen demnächst das Konterfei eines saarländischen Landtagsabgeordneten verbaut ist.

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