Parkschule soll Ganztagsschule werden

Parkschule soll Ganztagsschule werden

Neunkirchen. Keinen ausgewachsenen Wintersturm, aber doch ziemliche Turbulenzen hat es in den vergangenen Wochen um die Einrichtung einer gebundenen Ganztags-Grundschule in Neunkirchen gegeben

Neunkirchen. Keinen ausgewachsenen Wintersturm, aber doch ziemliche Turbulenzen hat es in den vergangenen Wochen um die Einrichtung einer gebundenen Ganztags-Grundschule in Neunkirchen gegeben. Ergebnis: Die Stadt wird, wie in der SZ bereits kurz berichtet, nicht schon im kommenden Schuljahr, sondern voraussichtlich erst ab 2013/2014 eine Grundschule mit verpflichtendem Regelunterricht am Nachmittag haben. Und: Diese Schule wird nicht, wie lange Zeit propagiert, die Bachschule, sondern die Schule am Stadtpark sein.Die Stadt Neunkirchen als Schulträger hat mittlerweile den Antrag auf Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule an der Bachschule zurückgezogen und wird beim Saarbrücker Bildungsministerium nun einen entsprechenden Antrag für die Parkschule stellen. "In enger Abstimmung mit uns", sagt Monika Hommerding, Leiterin der Ministeriums-Stabsstelle für Schulentwicklung und Ganztagsschulen, auf SZ-Nachfrage. "Das ist uns ganz recht, weil es qualitativ wie auch quantitativ die bessere Lösung ist."

Hommerding wie auch der Neunkircher Beigeordnete Sören Meng, in dessen Zuständigkeit die kommunale Schulpolitik fällt, weisen darauf hin, dass mit der neuen Lösung noch mehr Kinder erreicht werden - indem nämlich der städtische Hort an der Bachschule mit 80 Plätzen für eine qualifizierte Nachmittagsbetreuung erhalten bleibe. Die beiden Schulbezirke in der Innenstadt werden nun zu einem gemeinsamen Bezirk zusammengelegt, so dass alle Eltern in der Innenstadt die Wahlfreiheit zwischen Ganztags- und Halbtagsschule haben werden.

Im ersten Vierteljahr 2012 soll jetzt nach den Worten von Meng ein pädagogisches und räumliches Konzept für die Parkschule als Ganztagsschule erarbeitet werden. Bei der Raumplanung sei es von Vorteil, dass der Zustand der 1904 erbauten Schule ohnehin Erneuerungs-Investitionen erfordert hätte. Bei der Anpassung an die neuen Anforderungen laufe es auf einen Erweiterungstrakt zwischen den beiden bestehenden Gebäuden an Park- und Jägerstraße hinaus.

Zur Vorgeschichte: Noch 2010 hatte es die Gesamtkonferenz der Parkschule abgelehnt, als gebundene Ganztagsschule zu "kandidieren". Dies hat sich mit dem neuen Schuljahr und der neuen Schulleiterin Heike Sattler ganz offensichtlich geändert. Mitte Dezember stimmte besagte Konferenz aus Lehrerkollegium, Eltern- und Schülervertretern den Ganztagsschulplänen zu. Das half dem Schulträger angesichts der offenbar schwierigen Verhandlungen mit der Bachschule aus einem Dilemma. Nur einen Tag später schilderte Beigeordneter Meng dem Stadtrat die Lage und holte sich dessen Zustimmung, auf die Parkschule umzuschwenken. "Wegen der Unklarheiten und der wenig konstruktiven Zusammenarbeit musste ich reagieren", so Meng. Worauf sich Ulrike Kremp, kommissarische Leiterin der Bachschule, nun ausgebootet fühlt. Sie verweist darauf, dass die Stadt dankbar gewesen sei, dass sich die Bachschule als zunächst einzige Neunkircher Grundschule bereit erklärt hatte, gebundene Ganztagsschule zu werden. Die Pädagogin vermutet, dass sie ob ihres offensiven Verhaltens von vorneherein auf Ablehnung stieß. Insbesondere wollten sie und ihre Mitstreiter aus der Schulleitung die Saarbrücker Abänderungen am räumlichen Konzept für Unterrichts- und Freizeitbereich (Kremp: "Man kann nicht 200 Kinder in den Keller sperren") nicht tolerieren. "Wegen der Unklarheiten und der wenig konstruktiven Zusammenarbeit musste ich reagieren"

Sören Meng

Auf einen Blick

Wenn die ersten ABC-Schützen im Schuljahr 2013/2014 an der Parkschule als "gebundene Ganztagsschüler" einrücken, dauert es vier Jahre, bis die Parkschule mit allen Jahrgängen zur "echten" Ganztagsschule geworden ist. Bereits jetzt ist der Schule eine freiwillige Ganztagsschule angegliedert, die von 60 Jungen und Mädchen besucht wird. Insgesamt gibt es derzeit 221 Parkschüler. gth