Pädophiler Priester hielt Messe mit Kommunionkindern

Pädophiler Priester hielt Messe mit Kommunionkindern

Trier. Viele Eltern einer Gemeinde im Nordsaarland sind entrüstet: Ausgerechnet ein vor 17 Jahren wegen Dutzender sexueller Übergriffe auf Mädchen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilter Trierer Bistumspriester hat vor zweieinhalb Wochen einen Gottesdienst gehalten, in dem die diesjährigen Kommunionkinder der Kirchengemeinde vorgestellt wurden

Trier. Viele Eltern einer Gemeinde im Nordsaarland sind entrüstet: Ausgerechnet ein vor 17 Jahren wegen Dutzender sexueller Übergriffe auf Mädchen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilter Trierer Bistumspriester hat vor zweieinhalb Wochen einen Gottesdienst gehalten, in dem die diesjährigen Kommunionkinder der Kirchengemeinde vorgestellt wurden. Das habe im Nachhinein für "viel Unruhe in der Bevölkerung" gesorgt, sagte der Bürgermeister der Gemeinde dem "Trierischen Volksfreund", in deren Kirche die Messe gehalten wurde.Zuvor war bekannt geworden, dass der Trierer Bischof Stephan Ackermann mindestens sieben pädophile Geistliche beschäftigt. Dafür gibt es Auflagen, etwa dass die Männer nicht in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden dürfen. Dies sei in der Praxis kaum zu überprüfen, wie die geistliche Leiterin der katholische Jugendorganisation KSJ, Jutta Lehnert, sagt. Sie sieht nur eine sinnvolle Konsequenz: "Priester, die straffällig geworden sind, gehören nicht mehr in die Seelsorge." Diese Forderung erheben auch Opferorganisationen sowie die von haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern gegründete Saarbrücker Initiative. In der betroffenen Gemeinde gab es am Dienstagabend eine Krisensitzung von Pfarreienrat und Seelsorgeteam. "Es war kontrovers, aber sachlich", berichteten Teilnehmer. Der betroffene Geistliche war nicht dabei.

Bischofssprecher Stephan Kronenburg bestätigte auf Anfrage den Vorfall. Er äußerte Verständnis, dass insbesondere Eltern von Kommunionkindern den Einsatz des Priesters problematisch fänden. "Die Reaktionen zeigen, dass wir uns der Frage, ob und wie jemand weiter glaubwürdig als Priester arbeiten kann, wenn er Missbrauchstäter geworden ist, weiter zu stellen haben", sagte Kronenburg. sey/kat

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