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Ortsrat Kirrberg will Versäumnisse nachholen

Ortsrat Kirrberg will Versäumnisse nachholen

Nach rund 40 Jahren widmet sich der Kirrberger Ortsrat wieder der Ruine der Merburg. Doch der Wunschzettel der Kommunalpolitiker ist lang – und teuer. Sorgen bereitet gleichzeitig der Zustand der Straßen im Ort.

Die Merburg ist ein Wahrzeichen Kirrbergs und soll daher in kleinen Schritten attraktiver gestaltet werden. Entsprechende Pläne liegen vor; die Stadt hat für 2013 und 2014 Gelder im Haushalt eingestellt (wir berichteten ausführlich). Mittlerweile gebe es im Ort jedoch "die wildesten Spekulationen", was auf der Burganlage samt Vorburg so alles entstehen solle, betonte Ortsvorsteher Stefan Mörsdorf (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ortsrates Kirrberg.

Klar sei, dass man hier etwas tun müsse, bevor alles verfalle. Ziel sei es, die Merburg wieder ins rechte Licht zu setzen. Seit den Restaurierungen in den 70er Jahren sei dort nichts mehr passiert, so Mörsdorf, doch müsse man jetzt die Merburg sozusagen "im Dorf lassen". Sie sei eine der ältesten Gebäudereste, doch "die Merburg ist kein Denkmal", stellte der Ortsvorsteher heraus. Wie Michael Emser, Abteilungsleiter der städtischen Denkmalpflege, betonte, wolle man die Burganlage zwischen Karlsberg und Klosterruine Wörschweiler "nicht versauern lassen, sondern sie touristisch herausputzen und attraktiver gestalten." Ein erster Schritt sei die Umsiedlung einiger Ameisenvölker gewesen (wir berichteten). In einem zweiten Schritt sollen nach und nach Bäume gefällt werden. Dies habe den Effekt, dass die Ameisen nicht wieder zu ihrem angestammten Platz zurückkehrten, denn mit den Blattläusen auf den Blättern werde ihnen so die Nahrungsquelle entzogen.

Darüber hinaus soll der Vorplatz hergerichtet, der Burggraben unter wissenschaftlichen Aspekten ausgegraben sowie die Nachbildung einer Zugbrücke angelegt werden, um auf die Burganlage zu kommen, kündigte Emser an. Absoluter Höhepunkt wäre die Rekonstruktion eines Turmes, doch angesichts der immensen Kosten sei dies reine Zukunftsmusik und liege in weiter Ferne, meinte Emser. Sorgen bereitet dem Ortsrat der schlechte Zustand fast aller Straßen im Ort. Zu Beginn der Sitzung verpflichtete der Beigeordneter der Stadt Homburg, Rüdiger Schneidewind, mit Werner Merten (CDU) ein neues Ortsratsmitglied.

Er rückte für Martin Diehl nach, der aus beruflichen Gründen aus dem Ortsrat ausgeschieden ist. Mit Hans-Henning Krämer war im Ortsrat der bei der Stadt St. Ingbert angeheftete Klimaschutzmanager der Biosphäre Bliesgau zu Gast, um sowohl den Masterplan Biosphäre Bliesgau vorzustellen als auch den Zweckverband bekannter zu machen: "Kirrberg ist Teil des Masterplans". Er informierte die Ortsratsmitglieder über das Thema Nachhaltigkeit, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Ziele der Bundesregierung zur Reduktion der Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent.