1. Saarland

Orscholzer Erntekönigin Angelina Bier ist der Tradition verhaftet

In der Tracht zum Termin : „Die dörfliche Gemeinschaft funktioniert“

Die 24-jährige Angelina Bier (24) ist die Orscholzer Erntekönigin und repräsentiert ihren Ort ein Jahr lang an nahezu jedem Wochenende auf Weinfesten, Dorffesten, Vereinsveranstaltungen und auch mal außerhalb des Landkreise.

Angelina Bier (24) ist eine selbstbewusste junge Frau. Als Managementstudentin jobbt sie in einem Saarburger Betrieb, in ihrer Freizeit ist sie Orscholzer Erntekönigin und der Tradition so verhaftet, wie man es bei jungen Menschen nicht erwarten würde: „Das Erntedankfest ist in unserem Ort eine generationenübergreifende Tradition und verbindet Jung und Alt. Als das Erntedankfest auf der Kippe stand, fanden sich spontan junge Menschen im Ort, die eingesprungen sind. Die dörfliche Gemeinschaft funktioniert“, sagt sie.

Sie habe in Trier studiert, wohne in Konz und komme immer wieder nach Orscholz zurück. „Und ein Orscholzer Mädchen muss nicht überredet werden, Königin zu werden. Es gibt ausreichend Bewerberinnen“, sagt sie. Im Vorjahr war Angelina Prinzessin, jetzt hat sie mit Vanessa Degner und Charlotte Schmitz zwei eigene Prinzessinnen zur Seite. „Vanessa ist eine Freundin aus Kindergartentagen. Uns beiden war immer klar, dass wir das mal zusammen machen wollen“, erzählt die 24-Jährige, die Termine im Dirndl und mit Blumenkranz wahrnimmt.

Ein Jahr lang repräsentiert Bier ihren Ort an nahezu jedem Wochenende auf Weinfesten, Dorffesten, Vereinsveranstaltungen und auch mal außerhalb des Landkreises. In Berlin nahm sie mit den anderen Saar-Königinnen zu Jahresbeginn an der „Grünen Woche“ teil und warb allgemein für das Saarland. Bei den Festen im Mittelpunkt zu stehen, genieße sie durchaus: „Man darf sich aber nichts darauf einbilden. Die Menschen kommen ja nicht, um Angelina zu treffen, sondern die Repräsentantin von Orscholz. Daher ist es mir auch nicht so wichtig, prominente Politiker zu treffen. Mich fasziniert viel mehr, wenn in Büdingen eine einzige Familie ein Kelterfest ausrichtet, das die ganze Dorfgemeinschaft zusammenbringt oder in Tettingen beim Dorffest von Keller zu Keller eine unheimliche Gastfreundschaft zu spüren ist.“ Die Freundlichkeit der Menschen mache das Saarland aus.

Das sei wohl auch der Grund, warum viele junge Menschen, die anderenorts studieren, früher oder später zurückkämen. „Ich war für einige Zeit in Trier. Aber das Dörfliche, die Hilfsbereitschaft und die Gemeinschaft, wie ich sie aus Orscholz kenne, habe ich da stets vermisst. Wenn man Zuhause etwas organisieren muss, dann klappt das einfach. Und die jungen Menschen machen es heute noch so, wie es immer gewesen ist.“ Auch deswegen sei sie im Erntedank- und Heimatverein.