Bundesweiter Tag der Organspende Wie eine Nierentransplantation diesem Saarbrücker das Leben rettete

Saarbrücken · Laut Ärzten waren die Überlebenschancen von Martin Müller wegen Nierenversagen nicht hoch. Nun erzählt der Mann aus Saarbrücken, wie eine Organspende sein Leben rettete.

 Martin Müller aus Saarbrücken hat das Projekt „Steine für Organspende“ ins Leben gerufen.

Martin Müller aus Saarbrücken hat das Projekt „Steine für Organspende“ ins Leben gerufen.

Foto: Christine Funk

„Schaffen Sie sich ein neues Kind an, das hier wird nichts mehr.“ Mit diesem mitleidlosen Satz machte ein Arzt 1979 den Eltern des damals siebenjährigen Martin Müller klar, wie es um ihren Sohn steht. Dieser hatte ein Nierenversagen erlitten, seine Nieren waren unwiederbringlich zerstört. Die einzige Rettung: Dialyse. Ein Gerät, welches die lebenswichtige Funktion der Nieren, das Blut von Giftstoffen zu reinigen, übernimmt. Dreimal pro Woche musste die Familie aus Bildstock dafür mit dem Taxi zur Uniklinik Heidelberg fahren, wo der junge Martin für zwölf bis 13 Stunden an einem speziellen Dialysesystem für Kinder lag. Morgens um fünf Uhr los, nachts um eins wieder heim, am nächsten Tag um sieben zur Schule – an eine normale Kindheit, ein normales Familienleben war nicht zu denken. Zumal ein Dialysegerät nur einen Bruchteil dessen leistet, was eine gesunde Niere schafft. „Da muss der Körper sich dran gewöhnen, der so ja dauerhaft vergiftet ist“, so Müller. „Aber damit kann man gut überleben.“