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Opposition will mehr wissenGBS: Interesse war ungewöhnlich großZitat war falsch zugewiesen

Opposition will mehr wissenGBS: Interesse war ungewöhnlich großZitat war falsch zugewiesen

Saarlouis. Grünen-Fraktionschef Gabriel Mahren ("Wir brauchen die GBS auch weiterhin") wies gestern die Darstellung zurück, wonach dem Steuerzahler durch das gescheiterte Wohnbau-Projekt in Saarlouis kein Schaden entstanden sei. "1,5 Millionen Euro Planungskosten abzuschreiben, sind ein finanzieller Verlust für die GBS

Saarlouis. Grünen-Fraktionschef Gabriel Mahren ("Wir brauchen die GBS auch weiterhin") wies gestern die Darstellung zurück, wonach dem Steuerzahler durch das gescheiterte Wohnbau-Projekt in Saarlouis kein Schaden entstanden sei. "1,5 Millionen Euro Planungskosten abzuschreiben, sind ein finanzieller Verlust für die GBS. Die gehört mehrheitlich der Stadt, also dem Steuerzahler. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um die GBS. Sie muss ihre finanzielle Situation jetzt dem Rat offenlegen." Die Grünen wollen der Stadtverwaltung einen Fragen-Katalog vorlegen. Der Schaden erhöhe sich um 800000 Euro, die die Stadt außerplanmäßig an den Vorbereitungskosten übernehmen müsse. Mit Ausgrabung der Festungsmauern und einer Planungsänderung 2007 hätten sich die Rahmenbedingungen geändert, so Mahren. "Das hätte für den Aufsichtsrat eine Bestandsaufnahme und Marktanalyse erfordern müssen.""Die Stadt gehört allen"Die Große Koalition "ist nicht in der Lage, sich selbst zu kontrollieren. Das Verhältnis zwischen Verwaltung und Fraktionen stimmt nicht mehr." Mahren bemängelte, dass er erst am Montagabend vom Planungsstopp erfahren habe und bis dahin auf Gerüchte angewiesen gewesen sei. "Die Stadt gehört allen, nicht nur der Koalition." FWG-Stadtrat Altomaro Locurcio forderte den Rücktritt von OB Roland Henz. Das Scheitern des Wohnbau-Projektes habe "nichts mit Pech und nicht mit Finanzkrise" zu tun, sondern mit "Inkompetenz der Verwaltungsspitze". Locurcio befürchtet "angesichts der geringen Eigenkapitalquote der GBS" deren Überschuldung, weil sie 1,5 Millionen Euro Planungskosten abschreiben müsse. Dann wären "alle GBS-Bürgschaften der Stadt Saarlouis in Höhe von über 20 Millionen Euro sofort fällig". Auch Locurcio bemängelt: "Der Stadtrat spielt für OB Henz offensichtlich keine Rolle mehr." Gefordert sei nun "lückenlose Aufklärung". Freude dagegen bei Wolfgang Ernst, Gründer einer Bürgerinitiative gegen die Bebauung des historischen Geländes: "Ich bin sehr glücklich über diese Entscheidung der Verantwortlichen, die Überbauung der Vauban'schen Festungsanlagen an der Bastion VI aufzugeben." Die Wallgräben blieben nun erhalten, könnten mit anderen Teilen des Festungssterns erlebbar gemacht werden. Er betonte, das Abtragen Mauer-Teilen unter dem früheren Schlachthof habe das Denkmal nicht nachhaltig geschädigt. Saarlouis. Die Aussage, dem Steuerzahler entstehe durch den Baustopp kein Schaden (SZ von gestern), galt nur der Abschreibung der Planungskosten durch die GBS. So hatte es bei der Pressekonferenz GBS-Geschäftsführer Engelbert Feld formuliert - nicht, wie berichtet, OB Roland Henz. weSaarlouis. GBS-Geschäftsführer Engelbert Feld präzisierte gestern auf Anfrage die Nachfrage nach den 60 Wohnungen des "Contregarde Vauban". Die Baugenehmigung habe im Januar 2008 vorgelegen, die Teilungserklärung im Mai. Erst danach habe er Verträge abschließen können. "Vorher waren nur Reservierungen möglich." Zu dem Zeitpunkt habe ungewöhnlich großes Interesse geherrscht: Im Juni 2007 habe die GBS 313 Interessenten angeschrieben. Schlussendlich hätten 87 mögliche Käufer weiteres Interesse signalisiert. Bis November 2008 seien weitere 150 Interessenten dazu gekommen. Bis Dezember 2008 aber seien nur 22 Wohnungen reserviert oder gekauft worden. Der Knick sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Höhere Rohstoffpreise seit Mitte 2007, zu geringe Erlöse für Immobilien der Interessenten und die beginnende Finanzkrise wirkten sich jetzt aus: nachdem die Planung des Objektes zu lange gedauert habe. Ein Grund dafür sei auch die Verzögerung durch Diskussionen im Umgang mit dem Baudenkmal. "Wir hätten 18 Monate früher anfangen können. Dann wäre die Sache reibungslos über die Bühne gegangen." Feld versicherte, er habe Aufsichtsrat und Beteiligungsmanagement der Stadt "so informiert, wie es sich gehört. Und der Aufsichtsrat hat durchaus kritisch hinterfragt." we