Opposition gegen Kreiselumbau

Merzig. Auf Antrag der Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen, Linkspartei und Freien Wählern wird sich der Merziger Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag (Beginn: 17.30 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) wieder mit seinem Beschluss vom 29. November 2012 befassen

 Der Kaufland-Kreisel in Merzig bleibt ein politischer Zankapfel. Foto: Rolf Ruppenthal

Der Kaufland-Kreisel in Merzig bleibt ein politischer Zankapfel. Foto: Rolf Ruppenthal

Merzig. Auf Antrag der Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen, Linkspartei und Freien Wählern wird sich der Merziger Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag (Beginn: 17.30 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) wieder mit seinem Beschluss vom 29. November 2012 befassen. Damals hatte sich der Rat mit den Stimmen von CDU und SPD dafür ausgesprochen, den Kreisel am Kaufland in eine ampelgeregelte Kreuzung umzubauen. Dadurch soll ein direkter Anschluss von der L 174 (frühere B 51) über die Hilbringer Brücke in Richtung Stadtmitte geschaffen werden. Bislang müssen Autofahrer, die auf der L 174 unterwegs sind, über die Rieffstraße fahren, um zum Kaufland-Kreisel zu gelangen. Künftig soll an der bestehenden Auffahrt von der L 174 zur Hilbringer Brücke die Möglichkeit geschaffen werden, nach links in Richtung Innenstadt abzubiegen - was bisher nicht geht. Die Opposition meldet Zweifel an, dass dieser Umbau die beste Lösung für einen optimalen Verkehrsfluss durch Merzig darstellt. Aus ihrer Sicht sind dem Rat nicht alle Varianten einer möglichen Umgestaltung des Bereiches vorgelegt worden, weil den Fachgutachtern, die die Möglichkeiten eines Anschlusses untersucht hatten, fragwürdige Vorgaben gemacht worden seien. Als das Oppositionsbündnis dies in der SZ öffentlich gemacht hatte, gab es eine Replik von Bürgermeister Fredi Horf. Er hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, dass dem Rat und der Öffentlichkeit die von den Gutachtern gemachten Vorschläge zur Genüge vorgestellt worden seien.Dies lassen die Vertreter der Opposition so nicht stehen. Horf sei nicht darauf eingegangen, dass den Gutachtern von vorneherein eine "zweifelhafte Vorgabe" gemacht worden sei, nämlich den Verkehr von der L 174 direkt auf die Hilbringer Brücke zu lenken. Dadurch seien "alternative und eventuell bessere Lösungen für den Verkehrsfluss" von vorneherein ausgeschlossen worden. "Dies ist es, was wir in Zweifel und Kritik ziehen und nicht das Gutachten per se!", heißt es in einem Schreiben der Oppositionsfraktionen an Oberbürgermeister Alfons Lauer. Dass der Verkehr von der L 174 auf den sich bereits stauenden Verkehr auf der Hilbringer Brücke stoßen soll, sei seine "Idiotie".

Auch hegen die Oppositionsvertreter Zweifel, ob die anvisierten Ziele, nämlich eine Entlastung von Trierer Straße und Rieffstraße, tatsächlich Sinn machen. "Es ist schwer vorstellbar, dass die Geschäfte in der Trierer Straße darüber erfreut sind, dass der Verkehr von ihnen weggeleitet wird", heißt es in dem Brief. Es sei zu befürchten, dass die Geschäfte dort austrocknen würden. Die Ratsopposition will wissen, ob die Verwaltung die angestrebte Umlenkung des Verkehrs aus der Trierer Straße und die möglichen Konsequenzen mit den betroffenen Geschäften abgeklärt hat. Auch habe der Stadtrat der Verwaltung nie den Auftrag erteilt, über eine Entlastung der Rieffstraße nachzudenken. Warum aber werde dieses Ziel den Planern als Vorgabe formuliert? "Es steht die Befürchtung im Raum, dass mit dieser Vorgabe die Vorleistung für weitere Geschäftsansiedlungen in der Rieffstraße durch die Hintertür realisiert wird" - die Folge wäre aus Sicht des Oppositionsbündnisses eine Verödung der Innenstadt.

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