1. Saarland

Opfer und Täter im Blick

Opfer und Täter im Blick

24 Schülerinnen und Schüler der Bexbacher Waldorfschule stellten jetzt ihre Jahresarbeiten vor: Die Themen-Bandbreite reichte von Mobbing über Autismus bis zur Eurhythmie oder Taoismus. Zur Arbeit gehört auch die Präsentation per Vortrag vor Publikum.

Die Jahresarbeiten gehören ebenso wie das Klassenspiel zum Waldorfabschluss der zwölfjährigen Waldorf-Schulzeit. Beide Projekte laufen parallel zum regulären Unterricht mit den Vorbereitungen auf den Realschulabschluss und für viele Schüler auch auf das Abitur. Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse präsentierten jetzt am vergangenen Freitag im Festsaal der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz die Ergebnisse ihrer Jahresarbeiten. Die Auswahl der Themen reichte von Mobbing, Auslandsaufenthalt in Amerika, Autismus, Schizophrenie, Kommunikation über Eurhythmie, Sport und Ernährung bis hin zu Hypnose, Taoismus, Mediendesign und Einfluss des Internets. Die Jahresarbeit bedeutet für die Schülerinnen und Schüler Ausarbeitung eines frei gewählten Themas, welches über einen längeren Zeitraum bearbeitet wird, die Vorlage der Ergebnisse in schriftlicher Form und nach Möglichkeit auch noch ergänzt durch einen praktischen Teil sowie die Präsentation der Arbeit im Rahmen einer Ausstellung sowie mit einem Vortrag vor Publikum.

Bei der Jahresarbeit sei vor allem der Wille entscheidend, "nicht nur Gefordertes zu erledigen, sondern einer eigenen Fragestellung konsequent zu folgen", betonte Lehrer Joachim Karsten. So werde nach einem persönlichen Anliegen der Schüler gefragt und nach der Fähigkeit, ein selbst gewähltes Thema soweit bearbeiten zu können, bis ein abgerundetes Ergebnis erreicht sei, so Lehrer Karsten.

Zu den Schülern der Klassenstufe zwölf, die ihre Jahresarbeiten präsentierten, zählte auch David Klassen. Er hatte sich ein ganzes Schuljahr lang intensiv mit dem Thema "Mobbing" und "Cyber-Mobbing" beschäftigt. "Mobbing ist ein ernsthaftes Thema von großer Aktualität, denn es betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene etwa an ihrem Arbeitsplatz", erklärte der Schüler. Als Opfer von Hänseleien habe er selbst negative Erfahrungen mit Mobbing gesammelt, begründete er seine Entscheidung, sich diesem Thema zu widmen. Wichtig sei ihm, Informationen zu vermitteln, was Mobbing sei und dass man Mobbing ernst nehmen müsse. So hatte er neben einem Videoausschnitt auch einen Flyer erstellt, welcher auf den Begriff Mobbing, die Ausformungen und Auswirkungen sowie die Hilfe bei Mobbing einging.

Bei seinen Recherchen beleuchtete David Klassen sowohl die Rolle des Opfers als auch des Täters. Was veranlasst jemanden, einen anderen Menschen zu mobben, wie fühlt sich das Opfer? Anhand von Fallbeispielen wies er darauf hin, welch schlimme Dinge bei Cyber-Mobbing bis hin zum Selbstmord geschehen können. "Täter haben durch die Anonymität im Internet eine niedrigere Hemmschwelle bei diesen Aktionen", erklärte Klassen.