1. Saarland

„Operation Warnstreik erfolgreich“

„Operation Warnstreik erfolgreich“

In den Händen die rote IG-Metall-Flagge und im Mund die Trillerpfeife: Im Kampf um eine Tariferhöhung, trat die Frühschicht der ZF Neunkirchen am Freitag in den Warnstreik. Zuvor waren die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie für 2013 gescheitert.

Die Arbeitgeber boten, nach zwei Nullmonaten, lediglich eine Erhöhung um 2,3 Prozent an - nicht genug für die IG Metall. Diese fordert nach wie vor 5,5 Prozent.

Um gemeinsam für bessere Löhne zu kämpfen, folgten fast alle 350 Arbeiter der Frühschicht dem Aufruf der Gewerkschaft; stellten das Herstellen von Automatikgetrieben ein und stachen frühzeitig aus. "Die Kollegen bei der ZF Saarbrücken stehen gerade mit 2500 Mann vor dem Werkstor", sagte Jörg Caspar, erster Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen. Grund genug, einen solidarischen Trillerpfeifen-Gruß nach Saarbrücken zu schicken. In Neunkirchen wurde ebenfalls bei Eberspächer, Tschan und MAT gestreikt, wie Caspar berichtete.

"Es ist wichtig, für die eigenen Rechte zu kämpfen", betonte eine Streikende, die gleich mit Campingstuhl gekommen war. Dass ein paar Arbeiter in der Halle blieben, begründete Patrick Buchholz, Betriebsratvorsitzender der ZF Neunkirchen, wie folgt: "Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes schreckt einige ab. Neue Mitarbeiter haben zunächst einen Einjahresvertrag."

Jörg Caspar sei davon überzeugt, dass sie mehr als die 2,3 Prozent erreichen. Nach einer Stunde erklärte er die "Operation Warnstreik" für gelungen, jedoch nicht für beendet: "Der Warnstreik ist erst mit Ende eurer Schicht vorbei. Kommt gut nach Hause." Wenn es am 13. Mai zu keiner Einigung kommt, soll ein weiterer Warnstreik folgen.