Ombudsleute der Kassen sollen Beschwerden über Heime prüfen

Saarbrücken. Während Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft im Pflegeskandal um das Elversberger Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt ermitteln, will die Landespolitik weitere Konsequenzen aus den Vorfällen ziehen. In dem Heim sollen - wie berichtet - zwei Pfleger hilflose Senioren schikaniert, misshandelt und gedemütigt haben. Möglicherweise starben dadurch zwei betagte Bewohner vorzeitig

Saarbrücken. Während Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft im Pflegeskandal um das Elversberger Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt ermitteln, will die Landespolitik weitere Konsequenzen aus den Vorfällen ziehen. In dem Heim sollen - wie berichtet - zwei Pfleger hilflose Senioren schikaniert, misshandelt und gedemütigt haben. Möglicherweise starben dadurch zwei betagte Bewohner vorzeitig.Sozialminister Andreas Storm (CDU) sagte am Freitag gegenüber unserer Zeitung, er habe zwischenzeitlich mit Verantwortlichen der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und der IKK vereinbart, dass diese Krankenkassen an der Saar eigene Ombudsleute benennen. Versicherte und Angehörige könnten sich dann an diese Ansprechpartner vertraulich mit Hinweisen über Missstände in Pflegeheimen wenden. Storm will weitere Kassen einbeziehen. Zudem liegen ihm nach eigenen Angaben Zusagen der Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken (CTS), der Lebenshilfe St. Wendel und der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) vor, dass auch in deren Häusern unabhängige Vertrauenspersonen für Patienten und Angehörige bestellt werden. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat dies für ihr Seniorenheim in Elversberg letzte Woche bereits getan.

Der Sozialausschuss des Landtages hat zwischenzeitlich einstimmig den Beschluss des Ministerrates begrüßt, dass das Parlament einen Pflegebeauftragten wählen soll. Dessen Zuständigkeit wird um Kliniken, Behinderteneinrichtungen und die ambulante Pflege erweitert. Storm: "Im Idealfall haben Betroffene künftig drei Anlaufstationen für ihre Sorgen und Nöte, den Landespflegebeauftragten sowie die Ombudsleute bei der Krankenkasse und in den jeweiligen Einrichtungen." mju

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