1. Saarland

Olympische Ehren und ein deutscher Meistertitel

Olympische Ehren und ein deutscher Meistertitel

Lange hatten sie warten müssen, die Fans des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach. 35 Jahre waren ins Land gegangen, ehe der KSV im Jahr 2007 endlich wieder die deutsche Mannschaftsmeisterschaft ins Saarland holen konnte

Lange hatten sie warten müssen, die Fans des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach. 35 Jahre waren ins Land gegangen, ehe der KSV im Jahr 2007 endlich wieder die deutsche Mannschaftsmeisterschaft ins Saarland holen konnte. Und die Mannen des Kraftsportvereins Athletik Einigkeit Köllerbach scheinen Gefallen daran gefunden zu haben, nach getaner Meisterarbeit beim Feiern die Nacht zum Tag zu machen - und vor allen Dingen, dem Titelfavoriten Nummer eins 1. Luckenwalder SC in die Meisterschaftssuppe zu spucken. Denn auch in diesem Jahr kam es zum Duell der Köllertaler Riege mit dem Liga-Krösus der Bundesliga.Und wieder war der KSV nicht zu schlagen, kaufte der Weltauswahl aus Brandenburg den Schneid vor allem mit mannschaftlicher Geschlossenheit ab. Noch dazu ging ein Stern am saarländischen Ringerhimmel auf, von dem man in den nächsten Jahren vielleicht sogar auf internationaler Ebene hören wird: Timo Badusch. Der damals noch 17-Jährige begeisterte im Hinkampf die 3000 Zuschauer in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle, als er den Weltklasse-Bulgaren Venelin Venkov besiegte und den Grundstein für den 25:15-Erfolg legte. Da konnte sich der KSV im Rückkampf getrost eine 17:20-Niederlage in Brandenburg leisten - der zweite deutsche Meistertitel in Serie war perfekt.Und der KSV macht in der aktuellen Saison dort weiter, wo er aufgehört hat - er gewinnt und gewinnt und gewinnt. Nach dem 28:9-Sieg im Viertelfinal-Hinkampf der Play-offs gegen den SC Anger am vergangenen Samstag ist das Halbfinale so gut wie erreicht. Wie weit es dann im neuen Jahr noch geht? Keiner weiß es. Aber die Wahrscheinlichkeit auf ein drittes Finale zwischen dem KSV und dem 1. Luckenwalder SC ist nicht gerade klein. Und wenn es dann tatsächlich so kommen wird, dann werden im Jahr wieder bis zu 200 Fans aus dem Köllertal gut 700 Kilometer beschwerliche Autofahrt auf sich nehmen, um die Fläminghalle zu Luckenwalde einzunehmen. Auf die Köllerbacher Ringer ist Verlass - auf die Köllerbacher Fußballer derzeit nur bedingt. Nachdem die Sportfreunde in der Saison 2007/2008 noch mehr oder weniger souverän den Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga Südwest schafften, läuft es in der aktuellen Saison mehr als bescheiden - um es einmal vorsichtig zu formulieren. Die Sportfreunde zieren nach 19. Spieltagen mit mageren elf Pünktchen das Tabellen-Ende. Und wenn die SF nicht das letzte Spiel des Jahres beim SC Hauenstein mit 2:1 gewonnen hätten - die Planungen für die Saarlandliga-Saison hätten schon beginnen können. So aber wollen die Sportfreunde mit einem Kraftakt und drei, vier Neuverpflichtungen 2009 das kaum Mögliche noch möglich machen. "Wir gehen jetzt mit einem guten Gefühl in die Winterpause", sagte Melori Bigvava, der Jörg Nehren als Trainer beerbte.Weg vom Fußball, hin zu Olympia - und da machte das Köllertal in Peking von sich reden. Zwar verpasste Ringer-Ass Konstantin "Kosta" Schneider eine Medaille, sein Köllerbacher Mannschaftskollege Jan Fischer hatte gar die Qualifikation für die Olympischen Spiele unglücklich verpasst. Dafür sprang Claudia Nicoleitzik in die Bresche. Die 18-jährige Leichtathletin vom TV Püttlingen begeisterte bei den Paralympics, den Olympischen Spielen für Menschen mit einer Behinderung, und brachte sensationell zwei Silbermedaillen über 100 und 200 Meter mit zurück ins Saarland. "Über die Teilnahme bei den Spielen allein war ich ja schon glücklich. Aber dass ich jetzt noch zwei Medaillen gewonnen habe, hätte ich nie erwartet", sagt Nicoleitzik und bezeichnet die Paralympics als "das größte Erlebnis, dass ich je gehabt habe". Ein Erlebnis, das sie 2012 bei den Paralympics in London mit Gold übertreffen könnte. mwe "Über die Teilnahme allein war ich ja schon glücklich. Aber dass ich jetzt noch zwei Medaillen gewonnen habe, hätte ich nie erwartet."Leichtathletin Claudia Nicoleitzik über die Paralympics