"Ohne Engagement wäre das Leid größer"

"Ohne Engagement wäre das Leid größer"

Myriam Scherer aus Pachten unterstützt das Projekt des saarländischen Arztes Dr. Hans Schales und das Engagement der Missionare von Mariannhill aus Würzburg. Ihr Einsatzgebiet ist Simbabwe.

Pachten/Lupane (Simbabwe). Das blinde Mädchen, ausgemergelt vom Aids-Virus, wird sie nie vergessen, ebenso nicht die bittere Armut vieler Menschen, die sie bei ihrer Reise durch Simbabwe mit ansehen musste. Wieder jenseits von Afrika setzt Myriam Scherer aus Pachten alles daran, das Projekt des saarländischen Arztes Dr. Hans Schales und das Engagement der Missionare von Mariannhill aus Würzburg zu unterstützen.Für die Chefin der Metzgerei in der Bahnhofstraße steht fest: "Die St.-Luke's-Klinik in der Nähe der kleinen Stadt Lupane ist längst zur Insel der Hoffnung für Tausende von Kranken geworden. In diesem Hospital werden sie von dem Mediziner Schales und seinem Team bestens versorgt." Mehr als 10 000 Euro hat sie schon für das Projekt gesammelt, Schulbänke gekauft.

Im Gepäck bei der Tour im März dieses Jahres, auf der sie mit Frank Burger und Manuela Rietmann zehn Tage unterwegs war, hatte die Pachtenerin unzählig viele Medikamente, Schulmaterial, Stifte und natürlich Spielzeug sowie Süßigkeiten für die kleinen Patienten in dem Krankenhaus im Gepäck. Läuft alles nach ihrem Wunsch, könnte es in der Spendenbox für das Afrikaprojekt am Sonntag, 10. Juni, wieder kräftig klimpern. In einem Gottesdienst in der Kirche in Dillingen/Pachten ab 10.30 Uhr wird Dr. Schales, der zurzeit in seiner Heimat weilt, über seine Arbeit und das Land berichten.

Anlass dafür ist die Visite von Missionaren des Orden von Mariannhill. "Wir wurden bei unserer Reise von den Ordensbrüdern so liebevoll empfangen, konnten einige Tage in der Mission essen und schlafen. In diesen Tagen hat sich durch die Herzlichkeit der Geistlichen eine Freundschaft entwickelt." Daher habe sie die Drei eingeladen.

Auf die Idee, das Engagement von Schales zu unterstützen, brachte sie der Pachtener Frank Burger. "Frank, den ich und mein Mann Bernd aus Kindertagen kennen, hatte - wie seine Ehefrau Petra - schon einmal den Job für zwei Jahre aufgegeben, um in dem Land für Strom- und Wasserversorgung zu sorgen", berichtet sie.

"Das Buschhospital ist wie ein kleines Dorf", erzählt Scherer. "Ärzte und Angestellte leben hier, jeder kennt jeden." Nicht nur Frank, der bekannt wie ein bunter Hund sei, sei herzlich begrüßt worden ebenso die Besucherinnen. Das Krankenhaus hat 250 Betten und ist oft überbelegt. Neben Schales arbeiten weitere drei Mediziner, dazu rund 80 Angestellte. Zudem werden in dem Hospital Krankenschwestern und Hebammen ausgebildet.

"Wir gingen durch die Stationen im Krankenhaus, sind viel Elend und Leid begegnet, Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, die meisten Aids-Kranke. Auf der Kinderstation verteilten wir an die kleinen Patienten Süßigkeiten und das Spielzeug, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten." Das achtjährige Mädchen, blind, das Aids bis auf die Knochen ausgezehrt hat, kann sie nicht vergessen. "Nachdem wir zwei Wochen zu Hause waren, habe ich von Frank erfahren, dass das kleine Mädchen, das auch noch an Tuberkulose erkrankt war, gestorben ist."

Nicht nur Kinderarmut ist ein großes Problem in Lupane. Auch die Erwachsenen benötigen Hilfe.
Myriam Scherer wiegt nachdenklich ein Baby.

Eines weiß Myriam Scherer: "Ohne das Engagement des Afrikaprojektes wäre das Leid in dem Land noch viel größer: Ob das Krankenhaus mit seinen Ärzten und Pflegepersonal oder die acht Schulen, die ebenfalls unterstützt werden, man versucht, den Menschen zu helfen." mst