Kommentar: Offene Karten von Beginn an

Kommentar : Offene Karten von Beginn an

Die Verpflichtung von Ammar Alkassar war ein genialer Schachzug. Der ehemalige Wissenschaftler am DFKI und Chef zweier IT-Unternehmen bringt in Sachen Digitalisierung und Innovationskraft mehr Kompetenz auf die Waage als alle Minister zusammen.

Allerdings muss Tobias Hans recht naiv gewesen sein, wenn er geglaubt hat, dass der Nebenjob keine Diskussionen auslösen würde. Besser wäre es daher gewesen, schon bei Alkassars Vorstellung mit offenen Karten zu spielen.

Viele Verwaltungsbeamte, Polizisten, ja sogar Professoren und Richter haben Nebenbeschäftigungen. Aufregung? Keine. Wenn Alkassar sagt, dass er den Nebenjob mit ein paar Stunden pro Woche benötigt, um in der Start-up-Szene vernetzt zu bleiben, kann man das hinterfragen, aber die Skandalisierung ist völlig unverständlich.

Die Sensibilität, was mögliche Interessenkonflikte betrifft, ist zweifellos richtig. Sie wäre aber auch für den Landtag angebracht. Denn dort kultivieren Abgeordnete seit Jahrzehnten Interessenkonflikte, ohne dass es irgendjemanden stört.

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