Oberster Pirat im Landtag will noch üben

Saarbrücken. Ein wenig unwohl schien sich Michael Hilberer am Rednerpult des Landtags noch zu fühlen. "Ich muss zugeben, wir Piraten müssen das noch üben" - mit diesen Worten begann der Fraktionschef am Mittwoch die erste Rede eines Piraten im Saar-Landtag

Saarbrücken. Ein wenig unwohl schien sich Michael Hilberer am Rednerpult des Landtags noch zu fühlen. "Ich muss zugeben, wir Piraten müssen das noch üben" - mit diesen Worten begann der Fraktionschef am Mittwoch die erste Rede eines Piraten im Saar-Landtag. Hilberer verzichtete auf ein ausgedrucktes Redemanuskript; stattdessen blickte er regelmäßig auf sein Smartphone, auf dem er sich Stichworte gespeichert hatte. Als "zu steif" bewertete er seinen Auftritt später selbstkritisch auf Twitter. "Suche noch nach eigenem Stil."Allerdings: Auch inhaltlich blieb Hilberer vage. "Wir würden uns gerne mit ihnen und ihren Positionen auseinander setzen", sagte Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) direkt an Hilberer gewandt. "Dazu müssen wir wissen, was sie wollen!" Seiner Forderung nach einer Vision für das Land ließ Hilberer aber kaum konkrete Vorschläge folgen. Stattdessen ermahnte er die Regierung allgemein, die Saarländer beim Sparkurs "mitzunehmen", weil sonst - wie in Griechenland - das Vertrauen in die Demokratie Schaden nehmen werde.

Zum Ende seiner Jungfernrede sagte Hilberer: "Wie sie vielleicht wissen, sind wir Piraten dafür, dass gute Ideen kopiert werden." Daher könne die Koalition gute Ideen der Piraten doch übernehmen: "Fühlen sie sich bitte frei!" Da klatschten nicht nur die übrigen drei Piraten im Landtag Beifall, sondern auch die Abgeordneten der Linken (auch Hilberers Sitznachbar Oskar Lafontaine)und die beiden Grünen. kir

Foto: Dietze

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