1. Saarland

OB-Wahl: Hans Wagner tritt als Unabhängiger an

OB-Wahl: Hans Wagner tritt als Unabhängiger an

St. Ingbert. Mit breiter Brust geht Hans Wagner (Foto: Keller) in das Rennen um den Oberbürgermeister-Posten im St. Ingberter Rathaus. Gute Chancen rechne er sich aus, sagt er. Nicht nur in Rohrbach, sondern in ganz St. Ingbert. Der Mann der Familien-Partei will nicht nur antreten, er will den Job auch haben, daran lässt er keinen Zweifel

St. Ingbert. Mit breiter Brust geht Hans Wagner (Foto: Keller) in das Rennen um den Oberbürgermeister-Posten im St. Ingberter Rathaus. Gute Chancen rechne er sich aus, sagt er. Nicht nur in Rohrbach, sondern in ganz St. Ingbert. Der Mann der Familien-Partei will nicht nur antreten, er will den Job auch haben, daran lässt er keinen Zweifel.Über Monate hat der Ortsvorsteher des größten Stadtteils zur Frage, ob er bei der Wahl antreten wird, geschwiegen. Jetzt ist es raus. Die Meldung kam dabei nicht von dem 53-Jährigen selbst, sondern von den Freien Wählern (FW). Am späten Donnerstagabend haben sie nach einer Mitgliederversammlung verkündet: "Wir werden der Familien-Partei vorschlagen, einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen zu schicken." Und dieser Kandidat sei nach Wunsch der Freien Wähler Hans Wagner, da dessen politische Vorstellungen mit den eigenen nahzu deckungsgleich seien.

Wagner räumt an der Stelle ein, er habe beim Thema Kandidatur erst einmal abgewartet in den vergangenen Wochen. Festgestanden habe aber, dass er nicht als Partei-Mensch, sondern als Unabhängiger ins Rennen gehen wollte: "So bin ich keinen politischen Seilschaften verpflichtet." Nun werde er mit der Unterstützung der Familien-Partei und der FW antreten. 135 Unterstützer-Stimmen braucht er. Zunächst muss der Stadtrat aber kommende Woche einen Wahltermin bestimmen. Danach wird die Stelle ausgeschrieben. Dann können Wagner-Fans mit ihrer Unterschrift im Rathaus ihre Sympathie bekunden.

Wagner, von Hause aus Schreiner, Diplom-Ingenieur, Bestatter und Sachverständiger, sieht gerade seine berufliche Vita als großen Pluspunkt. Seine Motivation: "Ich will nicht tatenlos zusehen, wie die Stadt weiter heruntergewirtschaftet wird." Wäre die Stadt ein Betrieb in der freien Wirtschaft, sei sie längst ruiniert. Zwischen amtierendem OB und Rat gebe es zudem keinerlei Zusammenarbeit. In einer Demokratie sei dies nicht zu akzeptieren. Wagner: "Transparenz und Öffentlichkeit sind für mich Grundlagen." Die Verwaltung, argumentiert er, brauche an der Spitze einen Dienstleister, sie müsse sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Dafür stehe er. Der Rohrbacher hält sich für viele politische Lager wählbar. Das Amt des Ortsvorstehers hat er als CDU-Mann begonnen. Die grüne Hausnummer hänge an seiner Tür. Als Gewerbetreibender habe er einen kurzen Draht zu FDP-Leuten. Die CDU sieht er als aufgesplittert. Das zeige die Kandidatur Markus Gestiers, den er sehr schätze. Er selbst habe dort Freunde, die Stadtratsfraktion wolle Gestier, einige wenige Amtsinhaber Jung. Realistische Chancen räumen auch die FW dem Ortsvorsteher ein. Da sie einen Politikwechsel wünschten, gehen sie bei Wagners Kandidatur mit. Der "Kandidaten-Hickhack der CDU" sei Signal für die Überfälligkeit eines Wechsels.