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Nur wenige knipsten das Licht aus

Nur wenige knipsten das Licht aus

Saarbrücken. Hatten die Saarbrücker am Samstagabend um halb neun schon die Rollläden heruntergelassen? Oder hatte etwa niemand von der weltweiten Licht-Aus-Aktion erfahren? Denn als Zeichen für den Schutz der Erde sollten am 23. März überall auf der Welt für eine Stunde die Lichter gelöscht werden

Saarbrücken. Hatten die Saarbrücker am Samstagabend um halb neun schon die Rollläden heruntergelassen? Oder hatte etwa niemand von der weltweiten Licht-Aus-Aktion erfahren? Denn als Zeichen für den Schutz der Erde sollten am 23. März überall auf der Welt für eine Stunde die Lichter gelöscht werden. Zu der "Earth Hour" (übersetzt: Stunde der Erde) hatte die Naturschutzorganisation WWF aufgerufen.Die bereits seit sieben Jahren veranstaltete Aktion stand diesmal unter dem Motto "Ja zur Energiewende". WWF sei zwar stolz darauf, dass bereits ein Viertel unseres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Dennoch fordert die Organisation, die Energiewende voranzutreiben: "Bis 2050 sollen die erneuerbaren Energien die Basis der Stromversorgung bilden", steht auf der WWF-Internetseite.

Die Aktion schien jedoch kaum bis nach Saarbrücken durchgedrungen zu sein. Wenige Minuten, bevor die "Stunde der Erde" geschlagen hatte, war die Innenstadt hell erleuchtet. Von der Schlossmauer betrachtet verbreiteten auch die Wohnhäuser in Sankt Johann ihr Licht am Horizont. Die sich drehende Uhr der Sparkasse zeigte halb neun, aber nichts änderte sich. Dass alle Saarbrücker nicht zur exakt gleichen Sekunde ihr Licht ausschalten würden, war vorhersehbar. Doch auch einige Minuten nach dem Beginn der Aktion blieb in Saarbrücken das Licht an. Der Rathausturm, das Staatstheater und der rotierende Mercedesstern strahlten wie gewohnt. Ganz anders sah es bei Laura Meiser aus. Die 22-jährige Studentin knipste in ihrer Wohngemeinschaft in der Fritz-Dobisch-Straße die Lampen aus und zündete Kerzen an. Ihre Mitbewohner überredete sie dazu, im Dunkeln zu essen. "Sogar auf der Toilette habe ich eine Kerze aufgestellt", sagt Laura. "In Saarbrücken mangelt es an Interesse", glaubt sie. "Wer sich nicht aktiv darum bemüht hat, der hat von der Aktion nichts mitbekommen."

Dem entsprechen auch Beobachtungen der Stadtwerke: Sie registrierten keinen Rückgang des Stromverbrauchs. "Es müssten aber auch sehr, sehr viele Lichter in der Stadt ausgehen, bevor wir einen Effekt messen könnten", sagt Pressesprecherin Sarah Schmitt.

Laura Meiser hätte sich gewünscht, dass mehr Menschen in Saarbrücken Verantwortung für den Klimaschutz übernähmen, dass große Gebäude und Läden ein Zeichen setzen und ihre Beleuchtung abschalten. Wie am Brandenburger Tor in Berlin: Dort wurde es um 20.30 Uhr zappenduster. Jedoch hatten sich deutschlandweit nur 10 000 Menschen zu der Aktion im Internet angemeldet.

Die umweltbewusste Studentin Laura hat in Saarbrücken ein Zeichen gesetzt. Auch in Zukunft will sie auf kommunaler Ebene bei der Energiewende mitarbeiten. Und für die "Earth Hour" 2014 könnte in Saarbrücken vielleicht sogar eine Veranstaltung auf die Beine gestellt werden, findet sie, "zum Beispiel ein Kerzenspaziergang an der Saar".