1. Saarland

Nur am Anfang hat jeder gelacht

Nur am Anfang hat jeder gelacht

Heusweiler. Dass jeder erstmal über sie gelacht hat, hat Susanne Bäsel nicht gewundert. Zugegeben, sie betreibt einen Leistungssport, den viele unterschätzen. Die Leistungskeglerin weiß aber, was es bedeutet, 120 Würfe hinter sich zu bringen. "Auch mein Ex-Mann hat gelacht. Dann hat er es selbst versucht - und musste nach 60 Würfen aufhören

Heusweiler. Dass jeder erstmal über sie gelacht hat, hat Susanne Bäsel nicht gewundert. Zugegeben, sie betreibt einen Leistungssport, den viele unterschätzen. Die Leistungskeglerin weiß aber, was es bedeutet, 120 Würfe hinter sich zu bringen. "Auch mein Ex-Mann hat gelacht. Dann hat er es selbst versucht - und musste nach 60 Würfen aufhören. Die nächsten paar Tage konnte er nicht richtig gehen", sagt Susanne Bäsel und schmunzelt.

Für sie sind 60 Würfe ein Kinderspiel. Seit mehr als 30 Jahren schwingt die heute 40-Jährige begeistert die Kugel. "Meine Eltern waren Hobbykegler, der Arbeitskollege meines Vaters ging sportkegeln. Er hat dann irgendwann gefragt, ob ich nicht auch kegeln will", denkt Susanne Bäsel an ihre Anfänge zurück: "Ich bin ins Training mitgegangen, und es hat mir sofort Spaß gemacht. Also bin ich dabei geblieben."

Und mittlerweile lässt sich der Kegelsport nicht mehr aus ihrem Leben wegdenken. "Kegeln hat für mich einen sehr hohen Stellenwert", sagt sie, "was mir auch sehr wichtig ist: Wir sind beim KSC Dilsburg eine schöne Truppe, das hören wir auch oft von anderen Vereinen. Wir verstehen uns auch, wenn der Erfolg mal nicht da ist." Aber selbst daran braucht Bäsel zurzeit nicht zu denken. Ihr Team ist schon seit 2000 in der Bundesliga vertreten.

Eine Tatsache, die die Keglerin dazu gebracht hat, ihren Heimatverein in Bexbach zu verlassen. 17 Jahre hat sie dort gespielt, ehe sie zusammen mit Birgit Stauner-Bayer zum KSC gewechselt ist. "In Bexbach haben wir damals in der Regionalliga gespielt, aber wir konnten uns dort nie halten", sagt die Bexbacherin, "irgendwann habe ich dann da keine Perspektive mehr für mich gesehen."

Außerdem lasse sich die Kegel-Leidenschaft zeitlich wunderbar mit ihrer Arbeit als Vermessungstechnikerin im Innendienst verbinden. "Das funktioniert optimal", bestätigt sie, "ich kann direkt nach der Arbeit in Elversberg ins Training fahren." Hin und wieder, wenn es die Zeit erlaubt, trainiert Bäsel noch in Bexbach.

Vor allem jetzt, denn ihr steht eine echte Herausforderung bevor: Am Samstag kegelt ihre Mannschaft im Bundesliga-Derby gegen die KF Oberthal, den Vizemeister der letzten Saison (Kegelbahn im Gasthaus Landsweiler-Hof in Landsweiler bei Lebach, 14 Uhr). "In der Bundesliga herrscht schon ein ziemlicher Druck", weiß die Leistungssportlerin, "und Oberthal ist unser Angstgegner. Es wird schwierig, aber die Chancen zum Sieg sind immer da. Auch gegen Oberthal." Lachen wird dann keiner, wenn Susanne Bäsel mit den anderen Frauen des KSC Dilsburg wieder zur Kugel greift, kegelt und allen beweist, dass Kegeln doch ein Leistungssport ist.