Notbremse für den Warndt-Express

Notbremse für den Warndt-Express

Großrosseln. Das Angebot von Draisinenfahrten zum Warndt-Weekend, bereits im Programmheft veröffentlicht, ist ersatzlos gestrichen. Dies teilte Harald Zimmermann, Vorsitzender des Trägervereins des so genannten Warndt-Express, mit. Auch ansonsten könnten 2012 keine Draisinenfahrten stattfinden

Großrosseln. Das Angebot von Draisinenfahrten zum Warndt-Weekend, bereits im Programmheft veröffentlicht, ist ersatzlos gestrichen. Dies teilte Harald Zimmermann, Vorsitzender des Trägervereins des so genannten Warndt-Express, mit. Auch ansonsten könnten 2012 keine Draisinenfahrten stattfinden. Zimmermann begründete dies mit "finanziellen und personellen Problemen" und einer nicht erteilten Genehmigung für die Nutzung der früheren Rosseltal-Bahnstrecke zwischen Geislautern und Karlsbrunn.Der Freizeit-Draisinenverkehr im Warndt, auf ehrenamtlicher Basis betrieben, hatte 2007 begonnen und sich zu einer bundesweit beachteten Attraktion entwickelt. Zuletzt zählte man rund 1300 Fahrgäste pro Jahr. Der Regionalverband Saarbrücken hatte dieses Tourismus-Projekt finanziell und ideell unterstützt. Pressesprecher Stefan Kiefer äußerte gestern sein Bedauern darüber, dass diese Attraktion nicht mehr angeboten werden könne. Das entscheidende Problem sei die Kostenseite, nachdem der Trägerverein selbst die Unterhaltung des Schienenweges und der Brückenbauten im Rosseltal übernehmen müsse. Dies berge ein unkalkulierbares finanzielles Risiko.

Bisher hatte ein privates Bahnunternehmen, das die Strecke von der Deutsche Bahn (DB) Netz AG gemietet hatte, dem Draisinen-Verein die Nutzung gestattet. Das hat sich aber zurückgezogen - auch, weil sich geplante Kohleschlammtransporte per Bahn ab Velsen ins Kraftwerk Carlingen zerschlugen. Die DB Netz AG war bereit, die Strecke zu einem symbolischen Preis an die Draisinenfahrer zu verpachten. Sie bestand aber darauf, dass diese die Verkehrssicherungspflicht, also die Unterhaltung der Strecke, übernehmen.

Wie Zimmermann sagte, will der Trägerverein, der Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT), "versuchen, ab 2013 einen Neuanfang zu machen". Dies hänge davon ab, ob die Strecke längerfristig zur Verfügung stehe und ob das bestehende Konzept verbessert werden könne. "Wie es im Jahr 2013 wird, kann im Moment noch keiner sagen", meinte derweil Stefan Kiefer. Der Regionalverband werde weiterhin Gespräche mit allen Beteiligten führen. Kurzfristiges Ziel müsse es sein, den Schienenweg durchs Rosseltal offen zu halten. Eine alleinige Nutzung durch die Draisinen erscheine allerdings unbezahlbar. Ähnlich äußerte sich auch Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt.