1. Saarland

Nosferatu: Meldungen der Gift-Spinne im Saarland

Giftspinne breitet sich rasant aus : 28 Sichtungen der Nosferatu-Spinne im Saarland gemeldet

16 000 Sichtungen von Freiburg bis Rendsburg bei Kiel: Die große Nosferatu-Spinne hat sich inzwischen in fast ganz Deutschland ausgebreitet – auch im Saarland gibt es immer mehr Sichtungen.

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Wie der Nabu mitteilt, sind nach einem Aufruf innerhalb von zwei Wochen fast 16 000 Beobachtungen der Giftspinne in Deutschland registriert worden. Auch im Saarland gibt es immer mehr Sichtungen. „Das Thema hat bei den Medien ebenso gezündet wie beim Publikum. Ein Grund ist neben der eindrucksvollen Größe sicher die Nähe der Art zum Menschen“, erklärte Nabu-Experte Dr. Roland Mühlethaler. „Dazu kommt noch ein gewisser Gruselfaktor, die Benennung nach einem Stummfilm-Vampir regt zusätzlich die Fantasie an.“

Die Verbreitungsschwerpunkte liegen unverändert im Süden und Westen. „Vor allem entlang von Rhein, Neckar und Ruhr kommt die Nosferatu-Spinne nahezu flächendeckend vor. Nach Norden und Osten dünnen die Nachweise merklich aus“, so der Nabu. Zuletzt wurde am 27. September auch erstmals ein Exemplar der Giftspinne in Mecklenburg-Vorpommern bei Kühlungsborn gefunden.

Insgesamt 28 Sichtungen der Nosferatu-Spinne im Saarland gemeldet

Im Nabu-Naturgucker wurden im Zeitraum vom 30. August bis 12. September 24 Fälle von einem Fund einer Nosferatu-Spinne im Saarland gemeldet, acht davon mit Bildnachweis. Diese Bildnachweise stammten aus Dillingen, Elversberg, mehrfach aus Saarbrücken (Mitte, West, Rotenbühl, Bübingen) sowie aus Völklingen. Auch in Spiesen-Elversberg wurde zuletzt am 27. September der Fund einer weiteren Nosferatu-Spinne gemeldet. Insgesamt wurden 6 814 Bilder der Nosferatu-Spinne in den zwei Wochen auf der Website hochgeladen.

„Unter den vielen Tausend Bildern sind außerdem sehr viele qualitativ hochwertige Aufnahmen, die Männchen, Weibchen, Jungtiere und sogar Kokons der Nosferatu-Spinne zeigen“, hieß es in der Auswertung der Nabu-Nosferatu-Meldeaktion. „Darüber hinaus finden sich zahlreiche Beispiele für die unterschiedlichen Färbungsvarianten der Nosferatu-Spinne, angefangen von eher blassen, hellbraunen bis ockerfarbenen Individuen bis hin zu Exemplaren, die kontrastreich gezeichnet sind und teils schwarze Beine haben.“

Laut Nabu zeigte sich bei den Bildnachweisen, dass durchschnittlich 84 Prozent der Bestimmungen als Nosferatu-Spinne korrekt waren. Etwas mehr als die Hälfte der Fehlbestimmungen entfiel auf die Große Hauswinkelspinne und weitere Winkelspinnen.

Drei Sichtungen der Nosferatu-Spinne aus St. Ingbert wurden zudem der SZ gemeldet

Auch der Saarbrücker Zeitung (SZ) wurden drei angebliche Funde der Nosferatu jeweils aus St. Ingbert gemeldet. Bei zwei der Fälle stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um die Nosferatu-Spinne handelte (wir berichteten). Der saarländische Experte Aloysius Staudt erklärte gegenüber der SZ, dass es ich in den zwei Fällen aus St. Ingbert um ein Männchen der Garten-Kreuzspinne und eine Sechsaugenspinne gehandelt hat.

 Das Foto einer großen Spinne von einem SZ-Leser aus St. Ingbert. Ist es eine Nosferatu-Spinne?
Das Foto einer großen Spinne von einem SZ-Leser aus St. Ingbert. Ist es eine Nosferatu-Spinne? Foto: SZ-Leserfoto

Bei dem dritten Fall aus St. Ingbert ist die genaue Bestimmung noch unklar. Auf Anfrage der SZ beim Nabu Saarland, hieß es, dass es sich aber vermutlich auch nicht um eine Nosferatu-Spinne handeln würde (siehe SZ-Leserfoto im Artikel).

Wie groß ist die Nosferatu-Spinne?

Am häufigsten in Deutschland gesichtet wird die Nosferatu-Spinne in Baden-Württemberg. Knapp 10 000 der insgesamt 16 000 Spinnen-Sichtungen bundesweit seit August haben Menschen in dem Bundesland im Südwesten gemacht.

Die Weibchen der Nosferatu-Spinne erreichen eine Größe von bis zu zwei Zentimetern, die Männchen sind deutlich kleiner. Hinzu kommt eine Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern. Die Nosferatu-Spinne gehört laut Nabu zusammen mit der Hauswinkelspinne zu den größten Gebäudebewohnerinnen in Deutschland.

Wie giftig ist die Nosferatu-Spinne?

Als nächtliche Jägerin hält die Nosferatu im Haus den Bestand an Fliegen und anderen Insekten klein. Die Nosferatu-Spinne kann spürbar zubeißen, tut das aber nur sehr selten bei direkter Bedrohung. Dabei kann es aber durchaus vorkommen, dass sie Gift injiziert.

Der Biss ist vergleichbar mit einem Bienen- oder Wespenstich. Es kann zu Schwellungen und Rötungen rund um die Bissstelle kommen. Für Allergiker kann das Gift der Nosferatu-Spinne zum Problem werden.

Was tun bei einer Nosferatu-Spinne im Haus?

Die Nosferatu-Spinne bevorzugt ein warmes Klima, welches im Haus eher gegeben ist als in der freien Natur. „Spätestens im Herbst zieht es die wärmebedürftige Nosferatu-Spinne, wie viele andere Spinnenarten auch, nach drinnen“, erklärte der Nabu weiter. Findet man die Nosferatu-Spinne im eigenen Haus, sollte man sie nicht mit der bloßen Hand einfangen. Zum Fangen sollte ein größerer Behälter verwendet werden, damit die Spinne nicht verfehlt oder beim Einfangen verletzt wird. Setzen Sie die Nosferatu-Spinne dann möglichst schnell wieder in der Natur aus.