Norddeutsche Kühle und südländische Leichtigkeit

Norddeutsche Kühle und südländische Leichtigkeit

Völklingen. Norddeutsche Orgelstrenge, süddeutsche Schule, dazwischen Barockes von Johann Pachelbel: Andreas Mehs, Organist der St. Eligius-Kirche Völklingen, präsentiert immer wieder Neues aus seinem anscheinend unerschöpflichen Notenkoffer in der Reihe "Geistliche Abendmusik" an jedem ersten Sonntag im Monat

Völklingen. Norddeutsche Orgelstrenge, süddeutsche Schule, dazwischen Barockes von Johann Pachelbel: Andreas Mehs, Organist der St. Eligius-Kirche Völklingen, präsentiert immer wieder Neues aus seinem anscheinend unerschöpflichen Notenkoffer in der Reihe "Geistliche Abendmusik" an jedem ersten Sonntag im Monat. Dass gerade der Choral "Was Gott tut, das ist wohl getan" so anrührend klingt, liegt wahrscheinlich an seiner ebenso schlichten wie beruhigend klingenden Anlage. Hier präsentierte ihn Kantor Mehs in einer Fassung von Johann Pachelbel nach Art einer Suite in neun Sätzen. Zur Einleitung des von rund drei Dutzend Besuchern (im Falle der Geistlichen Abendmusik sollte man sogar von "Eingeweihten" sprechen) besuchten Orgelkonzertes widmet sich der Organist einem, im Vergleich zu Pachelbel, weniger bekannten Tonmeister. Johann Gottfried Walther lebte und arbeitete im frühen 18. Jahrhundert in Thüringen und beschäftigte sich unter anderem mit Bearbeitungen von Werken des Italieners Antonio Vivaldi. Schön wirkte diese Kombination norddeutscher Kühle mit südländischer Leichtigkeit, die Mehs hier zu Gehör brachte. In Süddeutschland lebte Justin Heinrich Knecht, ebenfalls Kantor an einer Kirche im Schwäbischen, dessen Orgelsonate C-Dur, der Tonart entsprechend, besonders leicht und strahlend klang. Man kann nur hoffen, dass Andreas Mehs noch lange der Eligiuskirche erhalten bleibt und dass seine Reihe "Geistliche Abendmusik" (bei freiem Eintritt) in Zukunft noch mehr Eingeweihte als bisher findet. Denn in Mehs Notenbüchern, darauf kann man wetten, befinden sich sicher noch zahlreiche angenehme Überraschungen. et