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Noch 3,2 Hektar sind frei

Noch 3,2 Hektar sind frei

Wie wird der im Jahr 2007 erschlossene Gewerbepark Wadern, in dem rund sieben Hektar Fläche für Unternehmensansiedlungen zur Verfügung stehen, genutzt? Auf SZ-Anfrage nennt die Stadt genaue Zahlen.

Wadern. Vor wenigen Tagen ist im Gewerbepark Wadern ein Hochleistungs-Breitbandnetz in Betrieb genommen worden. Das Netz ermöglicht Datenübertragungs-Bandbreiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde - schon ab zwei Megabit spricht man allgemein von Breitband-Versorgung. Mit dem neuen schnellen Internetzugang erhoffe sich die Stadt eine bessere Vermarktung des Waderner Gewerbeparks, hatte Bürgermeister Fredi Dewald bei der Freigabe des 50-Megabit-Netzes gesagt. Das wirft die auch in der Kommunalpolitik immer wieder diskutierte Frage auf, wie stark der 2007 erschlossene, etwa 16 Hektar große Gewerbepark, in dem rund 7,5 Hektar Fläche für Ansiedlungen zur Verfügung stehen, überhaupt genutzt wird.

3,15 Hektar verkauft

Hierzu geben die Stadt Wadern und die Kommunale Entwicklungs- und Vermögensmanagementgesellschaft (KEV) der Stadt auf SZ-Anfrage Auskunft. Demnach sind rund 31500 Quadratmeter (3,15 Hektar) Gewerbefläche bereits verkauft, rund 11 000 Quadratmeter (1,1 Hektar) seien für ansiedlungswillige Betriebe reserviert. Demnach betrage die freie Fläche etwa 32 000 Quadratmeter (3,2 Hektar). Die bereits verkauften Flächen seien auch komplett bebaut, insgesamt hätten sich dort sechs Unternehmen angesiedelt. Dabei handelte es sich in zwei Fällen (einem Holzhaus-Produzenten sowie einem Kfz-Prüfunternehmen) um "echte" Neuansiedlungen, bei zwei anderen Betrieben fand eine Verlagerung von einem früheren Standort innerhalb Waderns statt. Zwei weitere Unternehmen (ein Omnibusbetrieb sowie ein Gartendesign-Unternehmen) hätten ihre Betriebe erweitert und im Gewerbepark zusätzliche Flächen gefunden, wobei die bisherigen Standorte weiterbestünden. In den Fällen, in denen eine Unternehmensverlagerung stattgefunden hat, würden die bisherigen Betriebsstätten neu genutzt, heißt es von Seiten der Stadt.

Und weiter: "Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass durch die Ansiedlungen im Gewerbepark keine Leerstände in Wadern entstanden sind. Die Mehrheit der Ansiedlungen im ländlichen Raum rekrutiert sich normalerweise aus Umsiedlungen aus dem Umland oder innerhalb der Gemeindegrenzen, insofern spiegelt die Unternehmensstruktur im Gewerbepark Wadern diese Tendenz wider."

Schaffung von Arbeitsplätzen

Die KEV habe bisher aus den Verkäufen von Grundstücken Einnahmen von 464 000 Euro erzielt. Die Grundstücke würden zum Preis von 19 Euro pro Quadratmeter veräußert. Die Gesamtkosten für Planung, Bau und Erschließung des Gewerbeparks hätten sich auf rund 4,95 Millionen Euro summiert, davon seien 3,58 Millionen Euro durch Zuschüsse des Landes finanziert worden.

Die Stadt stellt allerdings klar: "Das erklärte Ziel der KEV ist nicht die Gewinnerzielung. Vielmehr geht es bei der Erschließung des Gewerbeparks um eine Investition, die dem Standort Wadern und den hier agierenden Unternehmen dienlich sein soll."

Es gehe "um die Bevorratung der Expansionsfläche für die Unternehmen, um die Sicherung oder gar Schaffung von Arbeitsplätzen und damit eine Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes Wadern". Daher würde eine bloße Nennung von Zahlen aus Sicht der städtischen Verantwortlichen "ein unvollständiges Bild abgeben, da der Gewerbepark als eine Investition in die Zukunft verstanden werden sollte". Auch seien nachgelagerte Effekte zu berücksichtigen, wie Gewerbesteuerzahlungen oder Kaufkraftsteigerungen.