Niemals mehr unter einer Decke stecken

Niemals mehr unter einer Decke stecken

Zwei Tage abhängen. Raus aus dem Alltagstrott. Einfach weg. Theas, Tobis und meine Idee: spontan in ein Hotel. Irgendwo in der Nähe. Doch darauf waren wohl schon einige vor uns gekommen. Hieß: statt drei Einzel- nur noch je ein Doppel- sowie ein Singlezimmer frei. Mehr war auf die Schnelle nicht zu machen

Zwei Tage abhängen. Raus aus dem Alltagstrott. Einfach weg. Theas, Tobis und meine Idee: spontan in ein Hotel. Irgendwo in der Nähe. Doch darauf waren wohl schon einige vor uns gekommen. Hieß: statt drei Einzel- nur noch je ein Doppel- sowie ein Singlezimmer frei. Mehr war auf die Schnelle nicht zu machen.Wir tuckerten also mit Theas altersschwacher Karosse los, die nur noch beständiges Pappen großflächiger Aufkleber zusammenhält. Nach ausgiebigem Abendessen sanken wir gegen Mitternacht geplättet in die Kojen. Nachtruhe. Die mir Tobi kräftig versalzte. Unsere beste Freundin hatte uns zuvor eine elementare Entscheidung abgenommen: schritt diskussionslos zum Einzelzimmer. Meinem Kumpel und mir blieb das Doppelbett. Eine Nacht unter dicken Freunden. In einer mit wallenden Tüchern behängten Himmelsloge. Unterm schweren Plumeau für zwei. Wie kuschlig. Nächstes Mal teilen sich Thea und Tobi ein Zimmer! Auch wenn sich beide für so anziehend halten wie Vegetarier ein Mettbrötchen.

Kaum gebettet, legte Tobi mit dröhnenden Geräuschen los. Sägte, was das Zeug hielt. Zuerst wehrte ich mich mit leichtem Geschubse. Massive Tritte gegen das Ohren betäubende Schnarchen folgten. Keine Chance. Tobi legte ganze Tropenwälder flach. Kurz vor drei: Seine Atmung verflachte. Was mich, am Ende meiner Kräfte, nicht beunruhigte. Ich knipste die Nachttischlampe an. Starrte regungslos. Wartete seelenruhig. Bis er hektisch wieder nach Luft schnappte und weiterschlief.

4.30 Uhr: Tobi klackte. Ja, klackte! Nervig wie ein tropfender Wasserhahn. Dann Röcheln. Schlimmer als ein Bergmann nach 40 Jahren unter Tage und täglich zwei Päckchen filterlosen Kippen. Hellwach und todmüde zugleich presste ich den Kopf ins Kissen. Meinen, wohl gemerkt. Obwohl ich kurz darüber nachdachte . . .

Der Morgen danach, im Frühstücksraum: Ich stützte meinen Kopf, um den Sturz aufs Brötchen zu vermeiden. Meine Blut unterlaufenen Augen erblickten, eine putzmuntere Thea hineinspazieren. Sie tirilierte nichtsahnend: "Na, ausgeschlafen?"

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