1. Saarland

"Nichts führt an Heimatliebe vorbei"

"Nichts führt an Heimatliebe vorbei"

Asweiler. "Es ist ein liebens- und lebenswertes Dorf. Die Menschen sind offen, engagieren sich und leben im Bewusstsein der alten Traditionen. Sie prägen die Vereine und die Landschaft. Deshalb müsste Asweiler eigentlich mit zwei "ss" geschrieben werden, denn der Ort ist ein wirkliches Ass." Jede Menge Lob schüttete der St

Asweiler. "Es ist ein liebens- und lebenswertes Dorf. Die Menschen sind offen, engagieren sich und leben im Bewusstsein der alten Traditionen. Sie prägen die Vereine und die Landschaft. Deshalb müsste Asweiler eigentlich mit zwei "ss" geschrieben werden, denn der Ort ist ein wirkliches Ass." Jede Menge Lob schüttete der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) am Samstagabend beim Festabend zum 600-jährigen Bestehen des Freisener Ortsteils über den rund 200 Besuchern im Zelt auf dem Dorfplatz aus. Das Jubiläum sei ein passender Anlass, sich seiner Wurzeln zu besinnen. "Ich bin davon überzeugt, dass die dörflichen Strukturen künftig wieder mehr an Bedeutung gewinnen, weil die Dörfer einen einzigartigen und unverwechselbaren Charakter haben", schloss der Landrat.Nach der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1974 sei Asweiler voll und ganz in die Gemeinde Freisen integriert, nachdem der Ort über Jahrhundert Nohfelden zugeordnet gewesen sei, hob Bürgermeister Wolfgang Alles (CDU) hervor. "Es war 1974 allerdings keine Liebesheirat", erinnerte er sich. "Die Asweiler haben sich jedoch als gute Demokraten erwiesen." In den zurückliegenden Jahren sei das Dorf durch verschiedene Maßnahmen herausgeputzt worden. Auch der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (CDU) sprach die historische Verbundenheit von Asweiler mit Nohfelden an, die von 1411 bis 1974 gedauert habe. "Die Strukturen verändern sich im Laufe der Zeit, sind heute aber nicht mehr so entscheidend", betonte Veit. "Wichtig ist, dass man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet und viele Dinge gemeinsam macht."

Ein Lob für die Menschen, die sich dafür entschieden haben, in einem Dorf zu leben und dort Wurzeln zu schlagen, sprach der saarländische Landtagsabgeordnete Magnus Jung (SPD) den Festgästen aus. Baumholders Bürgermeister Peter Lang (SPD) griff die fruchtbaren politischen Treffen mit Bürgermeistern und Ortsvorstehern auf, die es seit Jahren über die Landesgrenzen hinaus gibt. Der Asweiler Ortsvorsteher Harald Borger (SPD) sagte, dass der 600. Geburtstag des Ortes zwar einen Blick in die Geschichte erlaube und das Wissen um diese Geschichte sehr interessant ist. Allerdings sei noch Vieles unerforscht und liege im Dunkel der Vergangenheit verborgen. Nichts aber führe an der Heimatliebe vorbei.

Herzlich gelacht wurde über den Nonsens, den "De Hausmeischda" (Willi Jost) verzapfte. Mit "Batschkapp" und schwarzer Aktenmappe stand er in seiner ganzen Körperfülle vor dem Publikum. "Besser mit 60 geplatzt als mit 80 verhungert" meinte er und versuchte glaubhaft zu machen, dass er im Laufe des Tages einige Gründungsmitglieder von Asweiler getroffen habe.

38 Gäste der Wanderslebener Spinnstube waren aus Thüringen in das Jubiläumsdorf gekommen. Seit 1998, als am Bostalsee das Deutsche Trachtenfest gefeiert wurde, gibt es viele Kontakte zu den Landfrauen und anderen Vereinen. Die Frauen sangen in ihren hübschen Trachten Volkslieder und zeigten Tänze. Die Männer traten als singende Handwerksburschen auf. Die Musik beim Festabend spielte der Musikverein Asweiler-Eitzweiler.

Das Jubiläum hatte am Freitag mit einer gut besuchten Rocknacht begonnen. Das Sonntagsprogramm startete mit einem Gottesdienst. Tagsüber waren viel Musik und Chorgesang zu hören und flotte Tänze zu sehen. Ein Handwerkermarkt, eine Foto- und eine Geräteausstellung sowie viele Aktionen für Kinder rundeten das Festprogramm ab. "Wichtig ist, dass man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet und viele Dinge gemeinsam macht."

Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit