1. Saarland

Nicht jeder ist für Umbenennung

Nicht jeder ist für Umbenennung

Homburg. Gestern bestellt, in wahrscheinlich zwei Wochen geliefert und dann montiert: Mit der Reise der neuen Straßenschilder für den Teil der Oberen Allee zwischen Lerchenstraße und Waldstadion vom Hersteller bis an den eigentlichen Zielort, wird Homburg in Kürze einen seiner bedeutenden Söhne ehren

Homburg. Gestern bestellt, in wahrscheinlich zwei Wochen geliefert und dann montiert: Mit der Reise der neuen Straßenschilder für den Teil der Oberen Allee zwischen Lerchenstraße und Waldstadion vom Hersteller bis an den eigentlichen Zielort, wird Homburg in Kürze einen seiner bedeutenden Söhne ehren."Kurt-Conrad-Straße" wird dann dort zu lesen sein, in Erinnerung an den bekannten SPD-Politiker (* 19. Oktober 1911; /- 16. Juli 1982), der lange Jahre im saarländischen Landtag aktiv gewesen war, der sich in den späten 1950er Jahren auch einen Namen im Deutschen Bundestag gemacht hatte und zudem zwei Mal Minister der saarländischen Landeregierung gewesen war.

"Das zeigt, welche herausragende Leistung er für unsere Stadt erbracht hat", hatte Hans Felden, Fraktionsvorsitzender der SPD im Homburger Stadtrat, in einem Antrag an den Rat im Mai 2011 geschrieben.

Mit Mehrheit dafür

Dem war der Stadtrat mit großer Mehrheit im Dezember 2011 nachgekommen. Und nun wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis aus einigen Anwohnern der Oberen Allee Anwohner der neuen Kurt-Conrad-Straße werden. Doch gerade die Anwohner hatten sich nicht unbedingt erfreut über die Entscheidung gezeigt. Im formalen Prüfungsverfahren der Stadtverwaltung, die der eigentlichen Entscheidung des Rates vorangegangen war, waren dann auch von vier Anliegern konkrete Einwände erhoben worden. Die hätten sich, so der zuständige Amtsleiter Gerd-Michael Juen vom Ordnungsamt der Stadt Homburg in seiner schriftlichen Stellungnahme, im Wesentlichen darauf konzentriert, dass das vorgesehene Straßenstück für die Ehrung von Conrad eigentlich zu klein sei.

Stattdessen hatten die Anwohner die Umbenennung einer größeren Straße oder des Waldstadions vorgeschlagen. Auch eines der geplanten oder schon im Bau befindlichen Einkaufszentren hätte, so die Ideen der Anwohner, den Namen des SPD-Politikers tragen können. Der eigentlich Hintergrund für die Einwände sei aber, so die Verwaltung, dass die Anwohner Kosten befürchtet hätten, die mit der Umbenennung verbunden seien.

Wertminderung befürchtet

Ein Anwohner habe sogar eine Wertminderung seines Grundstücks bei Vermietung oder Verkauf befürchtet. Anstoß an der Person Kurt Conrad habe aber keiner der Anlieger genommen, vielmehr solle ihm diese Ehre nicht streitig gemacht werden.

Den Vorschlägen der Anwohner wollte die Verwaltung nicht folgen. Zwar hat man wohl alle Einwände und auch die nachteiligen Folgen für die Betroffenen in die Ermessensentscheidung einfließen lassen, letztendlich aber keine wesentlichen Hinderungsgründe erkannt. So seien die finanziellen Belastungen für die Umbenennung nicht unzumutbar.

Zudem will die Stadt selbst die Kosten für neue Ausweispapiere und für die nötigen neuen Hausnummern übernehmen. Und: Der Ort der Umbenennung sei nicht willkürlich gewählt, hat Kurt Conrad doch in diesem Teil der Oberen Allee gewohnt.

Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff zeigte gestern auch Verständnis für die Einwände: "Dass man davon nicht begeistert ist, kann ich nachvollziehen. Aber bei Kurt Conrad handelt es sich ja um eine respektable Persönlichkeit."